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EWB will Bümpliz mit Fernwärme beheizen

Die Stadtberner Energieversorgerin EWB plant, den Westen der Stadt Bern mit Fernwärme zu versorgen. Der Bau der 10 Millionen Franken Hauptleitung hat begonnen.

Hans-Peter Wyss (Leiter Netze EWB), Reto Nause (Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie Stadt Bern) und Daniel Schafer (CEO der EWB, von links) beim Spatenstich am Donnerstagvormittag in Bern.
Hans-Peter Wyss (Leiter Netze EWB), Reto Nause (Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie Stadt Bern) und Daniel Schafer (CEO der EWB, von links) beim Spatenstich am Donnerstagvormittag in Bern.
Christian Pfander

Die Klimadebatte hat die Frage aufgeworfen, wie die Häuser und Wohnungen in der Stadt Bern künftig klimafreundlich beheizt werden können. Die Energieversorgerin EWB will dazu eine Lösung bieten. Sie plant, im Westen von Bern ein Fernwärmenetz für 10'000 Wohnungen zu bauen. Das Projekt wird 150 Millionen Franken kosten.

Der erste Schritt ist der Bau einer neuen Hauptleitung von der Energiezentrale Forsthaus bis zur Kreuzung Stöckackerstrasse/Murtenstrasse. Dabei werden zwei Stahlrohre mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern in den Boden verlegt. Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich. Der Bau dieser ersten Leitung wird 10 Millionen Franken kosten. Die Arbeiten sollen bis Sommer 2021 fertig sein.

180 Grad warmes Wasser

In Bern erfolgt die zentrale Wärmeproduktion in der Energiezentrale Forsthaus. Über eines der erwähnten Rohre wird das 180 Grad warme Wasser in die Quartiere geleitet.

Allein: Nicht alle Energieträger der Energiezentrale sind erneuerbar. Die Wärme stammt zu 46 Prozent aus der Verbrennung von Abfall, der in den Ökobilanzberechnungen als erneuerbar gilt. 29 Prozent der Wärme werden mit dem erneuerbaren Brennstoff Holz erzeugt. 25 Prozent der Wärme basieren jedoch auf Erdgas, das nicht erneuerbar ist.

Gibts eine Anschlusspflicht?

Beim Projekt gibt es einen Knackpunkt: Die Investitionen lohnen sich nur, wenn möglichst viele Hausbesitzer mitmachen. EWB-Chef Daniel Schafer setzt darauf, dass sein Unternehmen mit einem «attraktiven Angebot» die Hausbesitzer wird überzeugen können. Der städtische Energiedirektor Reto Nause (CVP) erklärt dagegen, dass die Stadt die Einführung einer Anschlusspflicht durchaus in Erwägung ziehe. Derzeit ist indes unklar, ob ein solcher Zwang mit dem kantonalen Gesetz im Einklang steht. Die Gespräche zwischen der Stadt und dem Kanton dazu laufen.

Die Wärmeproduktion der Energiezentrale wird nicht dafür ausreichen, ganz Bern-West zu beheizen. «Wir sehen mittelfristig den Bau eines Holzheizwerks im Westen von Bern vor», sagte EWB-Chef Daniel Schafer. Vorher will EWB bei der Energiezentrale einen unterirdischen Wärmespeicher bauen. So kann EWB die überschüssige Wärmeenergie speichern, die im Sommer bei der Abfallverbrennung entsteht.

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