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Facebook ist nicht auf ihrer Wellenlänge

Die Könizer Politiker nutzen Facebook oder Twitter für den Wahlkampf kaum. Das digitale Netzwerken ist nicht ihr Ding.

US-Präsident Barack Obama verdankt dem Web 2.0 einiges. Obama hat Facebook, Twitter und andere Kanäle im Internet genutzt, wie kein anderer Politiker zuvor. Die Rede ist von rund 13 Millionen Usern, die Obama mit Hilfe des Internets während des Wahlkampfs über seine Aktivitäten, seine Pläne und Ziele auf dem Laufenden hielt – und somit auch an sich band. Zudem ist es seiner Wahlmaschinerie gelungen, dank unzähligen kleinen Spenden via World Wide Web rund 500 Millionen Dollar zu generieren. Heute verfolgen im sozialen Netzwerk Facebook über 4,5 Millionen Personen, was der mächtigste Mann der Welt tut, oder eben nicht tut.

Kaum ein Thema

Bei den Wahlen in Köniz wird mit wesentlich kleineren Brötchen gebacken als auf der anderen Seite des grossen Teichs. Wie Stichproben zeigen, setzen die Lokalpolitikerinnen und -politiker im aktuellen Wahlkampf kaum auf die sozialen Netzwerke im Internet.

Auf der Plattform Facebook gar nicht zu finden sind beispielsweise Gemeindepräsident Luc Mentha (SP) sowie Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne) und Gemeinderat Ueli Studer (SVP). Er habe sich kaum über den Wahlkampf im Internet Gedanken gemacht, erklärt Studer. Wer mehr über ihn erfahren wolle, konsultiere ohnehin seine Homepage. «Facebook oder Twitter sind nicht auf meiner Wellenlänge», sagt Studer, «zudem fehlt mir die Zeit, mich in diesem Bereich zu betätigen.»

Zugang nur auf Anfrage

Die Mehrheit der anderen Gemeinderatskandidaten sind zwar im Facebook vertreten, jedoch haben sie ihr persönliches Profil nicht für jedermann öffentlich zugänglich gemacht. Wer im sozialen Netzwerk mehr über sie erfahren will, muss sich bei ihnen anmelden. Die Hürde, auch wenn sie relativ tief liegt, werden wohl die wenigsten Wählerinnen und Wähler nehmen.

Valentin Lagger scheint für Könizer Polit-Verhältnisse ein erfolgreicher Netzwerker auf Facebook zu sein. Der CVP-Kandidat zählt 351 Personen zu seinen Facebook-Freunden. Und beinahe täglich werden es mehr. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel der ehemalige Berner Regierungsstatthalter und heutige Nationalrat Alec von Grafenried (Grüne), Nationalrätin Christa Markwalder (FDP), Ex-Bundesratskandidat Christian Lüscher (FDP), alt Nationalrat Peter Vollmer (SP) oder Grossrat Peter Bernasconi (SP).

Ein Rat der Tochter

Wesentlich weniger Personen als Lagger kann Urs Wilk (FDP) auf seinem Facebook-Profil vereinen. Er will in den Wahlen Luc Mentha das Präsidium streitig machen. Mit 23 Freunden hat Wilk noch Nachholbedarf. Erst auf Anraten seiner Tochter habe er kürzlich sein Profil eröffnet. «Ich kann nicht abschätzen, wie wichtig das Internet für meinen Wahlkampf sein wird», sagt Wilk. «Ich habe jedoch den Eindruck, dass die neuen Medien besonders bei Jungen an Bedeutung gewinnen.»

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