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«Falscher Zahnarzt von Biel» bleibt in Sicherheitshaft

Der erstinstanzlich zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilte «falsche Zahnarzt von Biel» bleibt in Sicherheitshaft. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des Mannes gegen die verweigerte Haftentlassung abgewiesen.

Die Behandlungen des «falschen Zahnarztes» führten bei Patienten zu teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen.
Die Behandlungen des «falschen Zahnarztes» führten bei Patienten zu teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen.
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Der 53-jährige Zahntechniker hatte in den Jahren 2006 bis 2015 zahnmedizinische Behandlungen an Patienten vorgenommen, ohne über die notwendige Ausbildung zu verfügen. Dies führte bei den Betroffenen zu teils schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Das Bundesgericht bestätigt, dass dem Mann eine sehr ungünstige Rückfallprognose gestellt werden muss. Gemäss dem am Freitag publizierten Urteil des Bundesgerichts hatte das Kantonsarztamt dem Zahntechniker bereits im Jahr 2006 zweimal verboten, Arbeiten im Mund von Patienten vorzunehmen.

Das kümmerte diesen jedoch nicht. Auch nach Hausdurchsuchungen, der Versiegelung seiner Praxisräumlichkeiten und einer einmonatigen Untersuchungshaft im Jahr 2009 liess er sich nicht von seinem Tun abbringen. Selbst nach der Vorladung zur Hauptverhandlung führte er unzulässige Behandlungen durch.

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland verurteilte den Zahntechniker im März 2015 unter anderem wegen mehrfacher leichter und schwerer Körperverletzung zu einer 54-monatigen Freiheitsstrafe. Zudem sprach es ein fünfjähriges Berufsverbot aus. Der Mann hat gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt.

Mit Antrag auf Arbeitslosengelder abgeblitzt

Der Zahntechniker war erst kürzlich vor dem Berner Verwaltungsgericht mit einer zivilrechtlichen Beschwerde abgeblitzt. Der Mann hatte zwei Tage vor seiner Verurteilung beim RAV einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt, war aber vom Berner Wirtschaftsamt als nicht vermittlungsfähig eingestuft worden.

Dagegen wehrte er sich mit dem Argument, die Sicherheitshaft sei lediglich für sechs Monate angeordnet worden, so dass er ab dem 26. September auf freiem Fuss und damit anspruchsberechtigt sei.

Nach dem Entscheid der Lausanner Richter gegen eine Haftentlassung muss der Mann weiterhin im Gefängnis auf den Berufungsprozess vor dem Berner Obergericht warten. Ein Verhandlungstermin ist noch nicht angesetzt.

SDA/chh

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