Familiendrama am Brandholzweg: Sohn wegen Mordes angeklagt

Suberg

Ein heute 26-jähriger Schweizer soll Mitte November in Suberg seine Eltern getötet haben. Nun hat ihn die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wegen zweifachen Mordes angeklagt.

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Mittwoch, 15. November 2017, kurz nach zwei Uhr nachts: Polizei- und Ambulanzsirenen reissen das beschauliche Quartier am Brandholzweg in Suberg aus dem Schlaf. Hier hat sich soeben eine Tragödie ereignet, die man zuletzt in der eigenen Nachbarschaft erwartet. Im Haus werden eine 61-jährige Frau und ihr 65-jähriger Ehemann gefunden, beide tot infolge «massiver stumpfer Gewalteinwirkung», wird die Polizei später in einer Mitteilung schreiben.

Bereits am Tag nach dem Drama war am Brandholzweg klar, wer die beiden Schweizer erschlagen haben muss: der eigene Sohn. Dies bestätigte am Montag auch die Staatsanwaltschaft. Sie klagte den mutmasslichen Täter wegen zweifachen Mordes an.

Täter kehrte zurück

Der Sohn des getöteten Ehepaares ist heute 26 Jahre alt. Ihm wird vorgeworfen, seine Eltern am gemeinsamen Domizil am Brandholzweg tödlich verletzt zu haben. Die Kantonspolizei hatte den Mann nach Eingang der Meldung in der Nacht auf den 15. November angehalten. Am Folgetag kam er in Untersuchungshaft, wo er sich seither befindet.

Im Zuge der umfangreichen polizeilichen Ermittlungen habe sich der Verdacht erhärtet, dass der Beschuldigte am Abend des 14. November 2017 in seinem Elternhaus jeweils mehrfach mit einem stumpfen Gegenstand auf die beiden Opfer eingewirkt und sie dadurch getötet habe, schrieb die Staatsanwaltschaft am Montag in ihrer Mitteilung. Der Täter habe das Haus daraufhin verlassen, um später in der Nacht zurückzukehren und selbst die Polizei zu alarmieren, ohne sich als Täter erkennen zu geben.

Das Geständnis folgte nach der Festnahme. Der junge Mann wird nun des zweifachen Mordes beschuldigt und wird sich vor dem Regionalgericht Berner ­Jura-Seeland, vor dem Kollegialgericht in Fünferbesetzung, zu verantworten haben. Wann der Prozess stattfindet, ist noch ­offen.

Schock für Nachbarn

Das Drama vom Brandholzweg erschütterte weit über den Tatort hinaus. Und in der idyllischen Nachbarschaft löste das Tötungsdelikt Entsetzen aus. Seit Jahrzehnten leben hier ungefähr dieselben Menschen, ziehen ihre Kinder gross, führen ihre Hunde spazieren, lassen sich in Ruhe, helfen aber auch, wenn nötig. Ein durchschnittliches Schweizer Mittelstandsquartier halt. Und dann so was.

«Wir waren alle wie gelähmt», sagte Ida Portenier gegenüber dieser Zeitung, sie wohnt nur einige Häuser vom Tatort entfernt. Der Sohn habe stets freundlich gegrüsst. Er habe noch bei den Eltern gewohnt, die letzten Monate vor der Tat sei er arbeitslos gewesen. «Der Vater war ein frisch pensionierter Berufsoffizier. Ich kann mir schon vorstellen, dass es da zu Hause ab und zu etwas eng wurde», sagte Ida Portenier. Von aussen habe sie jedoch nie den Eindruck gehabt, dass bei der Familie etwas nicht gestimmt habe.

Heute spreche man in der Nachbarschaft nicht mehr oft über das Drama, sagte Portenier vor einigen Monaten. Nur manchmal während der Hundespaziergänge, da frage man sich, ob es Neues gebe und wann der Prozess stattfinden werde. Mit der aktuellen Nachricht der Staatsanwaltschaft dürfte die Schreckensnacht also wieder Thema werden im beschaulichen Quartier.

ske/pkb

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