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FDP wehrt sich gegen Tempo 20 beim Viktoriaplatz

Auf dem Viktoriaplatz soll ab Sommer Tempo 20 gelten. Dagegen haben die Freisinnigeneinen Vorstoss im Stadtrat eingereicht. Sie schlagen stattdessen einen provisorischen Kreisel vor.

Geht es nach dem Gemeinderat, so gilt ab nächstem Sommer am Viktoriaplatz Tempo 20.
Geht es nach dem Gemeinderat, so gilt ab nächstem Sommer am Viktoriaplatz Tempo 20.
Beat Mathys

Ab Sommer soll auf dem Viktoriaplatz Tempo 20 gelten. Das ist ein Novum. Bisher gibt es ein solches Temporegime schweizweit nirgends auf einer Hauptverkehrsachse.

Auch wenn die Autos die Kreuzung schon heute recht vorsichtig passieren, führe man das neue Tempo­regime aus Sicherheitsgründen ein, «damit wirklich allen klar ist, dass man hier langsam fahren muss», sagt der Stadtberner Verkehrsplaner Karl Vogel.

Breiter Widerstand

Eine Person, die am Viktoriaplatz wohnt, hat gegen das Vorhaben Beschwerde eingereicht. Keine Freude am neuen Temporegime hat auch Thomas Ingold, Präsident der Quartierorganisation Leist Bern-Nord. «Das ist erneut ein unsinniger Streich der Verkehrsplaner», sagt Ingold.

Er könne nicht verstehen, warum man nun Tempo 20 mit allen baulichen Massnahmen einführen wolle, wenn in ein paar Jahren der ganze Platz sowieso umgestaltet werde. Der TCS erachtet Tempo 20 ebenfalls als überflüssig. «Heute gilt Tempo 50, aber es gibt verhältnismässig sehr wenige Unfälle», sagt Stefan Plüss, Leiter Verkehrssicherheit der TCS-Sektion Bern.

Vorstoss im Stadtrat

Mit dem geplanten Temporegime wird sich nun auch das Stadtparlament befassen müssen. Für FDP-Stadtrat Oliver Berger ist das Vorhaben eine «ideologische Zwängerei». «Eine sachliche Rechtfertigung für Tempo 20 auf einer Hauptachse gibt es nicht», sagt er.

Er hat nun im Stadtrat eine dringliche Motion eingereicht. Das Problem beim Viktoriaplatz sei nicht die Geschwindigkeit, sondern die Architektur der Kreuzung, schreibt Berger in seinem Vorstoss, der auch von weiteren FDP-Stadträten sowie Parlamentarierinnen und Parlamentariern von SVP, BDP und CVP mitunterzeichnet wurde.

Weiter schreibt Oliver Berger in seinem Vorstoss, dass beim Viktoriaplatz im Rahmen des Projekts «Dr nöi Breitsch» längerfristig bereits ein Kreisel vorgesehen sei. «Dieser wird die Übersichtlichkeit erhöhen und Konfliktpunkte ohne zusätzliche Signalisationen und Temporeduktionen reduzieren.»

Provisorischer Kreisel?

Oliver Berger fordert den Gemeinderat auf, auf das geplante Temporegime mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde zu verzichten und stattdessen geeignete Alternativen umzusetzen.

Ausserdem soll ein unabhängiges Verkehrsgutachten zum Viktoriaplatz erstellt werden. Schliesslich soll der Gemeinderat eine andere Vortrittsregelung für den Viktoriaplatz und einen provisorischen Kreisel prüfen. Wann der Vorstoss im Stadtrat behandelt wird, ist noch offen.

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