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Fenerbahçe: YB zahlt Zweifränkler pro Zuschauer für Sicherheit

Der Fussballklub BSC Young Boys hat ein Zusatzabkommen mit der Stadt Bern geschlossen, um sich an den Kosten für die öffentliche Sicherheit rund um Spiele im Stade de Suisse zu beteiligen.

YB und Stadt Bern einigen sich: Die Young Boys zahlen einen höheren Betrag pro Fan an die Sicherheit.
YB und Stadt Bern einigen sich: Die Young Boys zahlen einen höheren Betrag pro Fan an die Sicherheit.
Andreas Blatter

Für jeden Zuschauer im Europacup zahlt YB zwei Franken an die Stadt. Klubsprecher Albert Staudenmann bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Berner Zeitung. Geregelt war bislang nur die Kostenbeteiligung für nationale Spiele (Meisterschaft und Cup). Dafür zahlt YB pauschal 60'000 Franken pro Jahr.

Die nun getroffene Regelung betrifft alle Spiele des Europäischen Fussballverbandes Uefa im Jahr 2010. Je nach Gegner erhält die Stadt Bern einen recht ansehnlichen Beitrag. So werden zum Spiel gegen Fenerbahçe Istanbul am Mittwoch bis zu 25'000 Fans erwartet, was der Stadt 50'000 Franken einbringen würde.

Gute Beziehunge aufrecht erhalten

Mit der neuen Regelung hoffe man, das gute Einvernehmen mit den städtischen Behörden aufrecht erhalten zu können, sagte YB-Sprecher Staudenmann. Der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause wies darauf hin, dass die zwei Franken immerhin höher sein als die 1.80, die der FC Basel in der Meisterschaft pro Fan entrichte.

YB und die Stadt Bern sind sich in der Diskussion um Polizeikosten grundsätzlich einig; unzufrieden ist dagegen der Kanton Bern, der - gegen eine Pauschale - die Polizisten für alle Spiele stellen muss.

Regierungsrat Hans-Jürg Käser drängt deshalb seit längerem auf eine stärkere Kostenbeteiligung von Sportklubs. Schliesslich seien die Sicherheitskosten für Sportanlässe im Kanton Bern geradezu explodiert, von 200'000 Franken im ganzen Jahr 2002 auf mehr als vier Millionen Franken im Jahr 2009.

Käser: «Sympathische Geste»

Das nun getroffene Abkommen für Europacup-Spiele sei durchaus eine «sympathische Geste» der Young Boys, sagte Käser auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Einen direkten Nutzen für die Sicherheit könne er aber nicht erkennen.

Denn der Aufwand der Polizei werde ja über den bestehenden Ressourcenvertrag zwischen Stadt und Kanton abgegolten. Im Klartext heisse das: Je mehr Polizeistunden für ein Spiel benötigt würden, desto weniger Polizeistunden stünden zum Beispiel für Patrouillen in der Innenstadt zur Verfügung.

Um den Aufwand der Polizei einschränken zu können, hat YB in der Sommerpause zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen und unter anderem einen Fan-Trennungs-Zaun ausserhalb des Stadions errichtet. Nause und Käser wollen sich im kommenden Frühling treffen und Bilanz ziehen, ob diese Massnahmen etwas gefruchtet haben.

Ein weiteres Hochrisikospiel

Besonders teuer sind für die öffentliche Hand jeweils die so genannten Hochrisikospiele. So soll das meisterschaftsentscheidende Spiel gegen den FC Basel am 16. Mai rund eine Viertelmillion Franken gekostet haben.

Als Hochrisikospiel gilt auch die Partie am Mittwoch gegen Fenerbahçe Istanbul. Die Kantonspolizei kündigte im Vorfeld eine strikte Trennung der Fangruppen und rigorose Zugangskontrollen an. Notiz an die Redaktion: Absätze 6 und 7 eingefügt (Reaktion Käser).

SDA/tan

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