Zum Hauptinhalt springen

Stapi-Wahl: Franziska Teuscher verzichtet

Gemeinderätin Franziska Teuscher wird im zweiten Wahlgang um das Berner Stadtpräsidium nicht mehr antreten. Damit kommt es zur Stichwahl zwischen Alec von Graffenried und Ursula Wyss.

Franziska Teuscher (v.l.) ist aus dem Rennen. Der Kampf um den Stapi-Posten läuft auf ein Duell zwischen Ursula Wyss und Alec von Graffenried heraus.
Franziska Teuscher (v.l.) ist aus dem Rennen. Der Kampf um den Stapi-Posten läuft auf ein Duell zwischen Ursula Wyss und Alec von Graffenried heraus.
Andreas Blatter

Die Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher vom Grünen Bündnis verzichtet auf die Stichwahl ums Stadtpräsidium. Sie wolle eine klare Ausgangslage für die Stimmbevölkerung schaffen, teilte ihre Partei am Mittwoch mit.

Franziska Teuscher hofft, dass Ursula Wyss (SP) ihre Kandidatur fürs Stadtpräsidium aufrecht erhält. Sie finde es nach wie vor «höchste Zeit für die erste Berner Stadtpräsidentin», sagte Teuscher am Mittwoch auf Anfrage.

Das Grüne Bündnis werde an der Mitgliederversammlung vom 14. Dezember entscheiden, wen die Partei unterstütze, sagte Teuscher am Mittwoch. Sie persönlich hoffe immer noch, dass Ursula Wyss erneut antrete, «damit die Berner Stimmbevölkerung weiterhin die Möglichkeit hat, die erste Stadtpräsidentin zu wählen».

Die beiden Gemeinderätinnen haben im Wahlkampf immer wieder betont, es sei Zeit für die erste Frau im Erlacherhof. Dieser Ansicht sei sie nach wie vor, hielt Teuscher fest.

Natürlich seien aber sowohl Wyss als auch von Graffenried befähigt, das Stadtpräsidium zu übernehmen. Die Frage sei, welches Kriterium bei diesem Amt mit seinen primär repräsentativen Aufgaben stärker gewichtet werde - das Argument «Frau» oder das Argument «grün».

Bleiben oder wechseln?

Ob Teuscher selber Schuldirektorin bleiben will, liess sie am Mittwoch offen. Der Gemeinderat werde erst nach der Stichwahl vom 15. Januar die Direktionszuteilung vornehmen, hielt sie auf Anfrage fest.

Die Arbeit als Bildungs-, Sozial- und Sportdirektorin gefalle ihr sehr gut, betonte sie. Entsprechend habe sie sich über das gute Resultat bei den Gemeinderatswahlen gefreut. Das Volk habe gezeigt, dass ihre Arbeit geschätzt werde. Anderseits habe sie ihr Interesse für verkehrspolitische Fragen nie verhehlt.

Noch zwei Kandidaten

Für GFL-Kandidat Alec von Graffenried ist das Rennen ums Berner Stadtpräsidium «relativ offen». Dass Ursula Wyss (SP) erneut antritt, überrascht ihn nicht. «Mich hat eher erstaunt, dass darüber überhaupt spekuliert wurde», sagte er am Mittwoch auf Anfrage.

Wyss sei mit dem Ziel angetreten, erste Stadtpräsidentin von Bern zu werden. Dass sie dieses Ziel weiterverfolge, liege auf der Hand. Dass sie im ersten Wahlgang weniger Stimmen als er geholt habe, dürfe man nicht überbewerten. Das Rennen mit neun Kandidaten sei ja recht unübersichtlich gewesen. Für beide Kandidierenden seien die Chancen auf den Einzug in den Erlacherhof intakt. Klar sei lediglich, dass der Wahlkampf nun in die Verlängerung gehe.

Von Graffenried, der Kandidat der Grünen Freien Liste (GFL), erwartet eine faire Ausmarchung. «Vielleicht erwarten manche Leute, dass wir uns gegenseitig zerfleischen. Aber das wird nicht passieren.» Sowieso gebe es inhaltlich nicht grosse Differenzen zwischen ihm und Wyss.

Von Graffenried hat bei den Gemeinderatswahlen auffallend viele Stimmen von der Mitte und von Bürgerlichen erhalten. Diese «Panaschiergeschichte» wolle er aber nicht überbewerten, sagte er. Die Auswertung zeige nämlich auch, dass er vom Rot-Grün-Mitte-Lager «voll getragen» werde. Die im Vorfeld herumgebotenen Streichaktionen seien offensichtlich ausgeblieben.

Die Stichwahl ums Berner Stadtpräsidium findet am 15. Januar statt. Zum Duell Ursula Wyss gegen Alec von Graffenried kommt es, nachdem am Mittwochmorgen Teuscher ihren Verzicht und Ursula Wyss ihr Kandidatur für den zweiten Wahlgang bekanntgegeben haben.

SDA/tag

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch