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Gegen das Abwasser im See

Der Verein «Aktion Sauberer Murtensee» hat am Dienstag ein Alternativprojekt zum geplanten Neubau der Abwasserreinigungsanlage in Muntelier präsentiert. Diese Variante sieht eine Anlage in Kerzers vor.

Statt hier in den Murtensee soll das gereinigte Abwasser in Kerzers in den Hagneckkanal geleitet werden.
Statt hier in den Murtensee soll das gereinigte Abwasser in Kerzers in den Hagneckkanal geleitet werden.
FN/Corinne Aeberhard

Der Verein «Aktion Sauberer Murtensee» lehnt die geplante neue Abwasserreinigungsanlage der ARA Region Seeland Süd am bisherigen Standort Muntelier ab. Der Grund: Das gereinigte Abwasser soll nicht mehr in den Murtensee fliessen.

Am Dienstagabend hat der Verein eine Alternative vorgestellt: Die neue Anlage der ARA soll in Kerzers zu stehen kommen und das Abwasser in den Hagneckkanal und dann in den Bielersee fliessen.

«Wir haben damit eine bessere Lösung», sagte Peter Halbherr, Präsident des Vereins «Aktion Sauberer Murtensee», vor Beginn der Präsentation in Muntelier, an der zahlreiche Vertreter der ARA-Verbandsgemeinden, der Kantone Bern und Freiburg sowie Mitglieder des Vereins ­anwesend waren. «Einleitungen von Abwasser bei einem Badeplatz wie in Muntelier gibt es wohl nicht mehr an vielen Orten in der Schweiz», sagte Peter Halbherr.

Die Ableitung des gereinigten Abwassers in den Hagneckkanal ermögliche eine Verkleinerung der Nährstoffbelastung des Murtensees, «und der Bielersee spürt hingegen wenig davon», sagte der Ingenieur Peter Lehmann von Triform.

Murtensee und Phospor

Auch beim Bau der Anlage sehe er Vorteile: Die Realisierung einer ARA in der Industriezone in Kerzers sei bautechnisch aufgrund der Platzverhältnisse einfacher als der Ausbau der bestehenden ARA in Muntelier. Die ARA in Muntelier grenzt an das Natur­reservat Chablais.

Aufgrund der grösseren verfügbaren Fläche in Kerzers könne eine Anlage an diesem Standort logistischen ­Anforderungen besser genügen. Lehmann zeigte anhand von Grafiken auf, wie stark der Murtensee durch Phosphor belastet ist. «Dem Bieler- und dem Neuenburgersee geht es besser», sagte Lehmann. Der Murtensee sei nicht geeignet dafür, grosse Mengen an Abwasser aufzunehmen.

Export von Wasser?

«Wir haben jahrelang gearbeitet, und jetzt ist alles anders», sagte der Ammann von Ried, Heinz ­Etter, in der Diskussionsrunde.

Etter war Präsident der ARA Kerzers, bevor diese mit der ARA Murten zur ARA Seeland Süd fusionierte. «Bei der Erarbeitung der Studie von 2010 hat uns niemand gesagt, dass es eine andere Lösung gibt.» Er sprach damit an, dass das Projekt des Verbands mit Standort Muntelier sich aus einer Studie zur Region Seeland ergab.

Eric Mennel vom Amt für Umwelt steht einer neuen ARA in Kerzers kritisch gegenüber: «Ich habe grundsätzlich ein Problem mit dem Export von Wasser und möchte die Zahlen zur Belastung des Murtensees überprüfen.»

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