Gemeinderat sucht Kollegen

Wileroltigen

Gemeindepräsident Christian Grossenbacher und Vize Edgar Herren treten zurück. Deshalb kommt es am Samstag zu Neuwahlen. Bis jetzt ist aber erst ein Ersatzkandidat vorhanden.

Christian Grossenbacher (Bild), Gemeindepräsident von Wileroltigen, tritt zurück. Am Samstag kommt es zu Neuwahlen.

Christian Grossenbacher (Bild), Gemeindepräsident von Wileroltigen, tritt zurück. Am Samstag kommt es zu Neuwahlen.

(Bild: Nicole Philipp)

Wileroltigen sucht zwei neue Gemeinderäte. Weil Gemeindepräsident Christian Grossenbacher und Vize Edgar Herren demissionieren, wandte sich die Exekutive schon im Oktober mit einem Schreiben an die Bevölkerung.

Das Profil ist einfach: Über 18 Jahre jung, Schweizer Bürger und wohnhaft in Wileroltigen – diese Kriterien müssen die Kandidierenden erfüllen.

Das Echo war jedoch mässig: «Es hat sich nur gerade eine Person gemeldet, die für das Präsidium und als Gemeinderat kandidiert», sagt Noch-Gemeindepräsident Christian Grossenbacher. Er hofft, dass weitere Vorschläge an der Gemeindeversammlung vom nächsten Samstag gemacht werden. Sonst bleibt ein Sitz vakant.

Edgar Herren, Vizegemeindepräsident, tritt nach acht Jahren zurück.

Problem Fahrende

Das geringe Interesse führt Grossenbacher auf die Probleme mit den Fahrenden zurück, die im Sommer monatelang an der Grenze zu Wileroltigen neben der Autobahn campierten. Als Regierungsrat Christoph Neuhaus bekannt gab, dass auf der Parzelle, die der Bund dem Kanton zur Verfügung stellen will, ein Durchgangsplatz für ausländische Fahrende entstehen soll, kam es zu heftigem Widerstand.

«Einige sagten, dass sie wegen dieses ungelösten Problems nicht in den Gemeinderat möchten», sagt Grossenbacher, der nicht per se gegen diesen Durchgangsplatz ist. «Das war mein Problem, etwas gegen aussen vertreten, hinter dem ich persönlich nicht stehen kann.» Der Gemeinderat und die Bevölkerung sind beim Thema Fahrende geteilter Meinung. Das sei mit ein Grund, dass er schon nach vier Jahren zurücktrete.

Objektivität erhofft

Persönlich glaubt Grossenbacher, dass es besser wäre, einen eingezäunten Platz zu realisieren als weiterhin Probleme mit wild campierenden Fahrenden zu haben. «Objektiv betrachtet wäre es das Beste, einen definitiven Entscheid zu fällen», ist er überzeugt.

Nebst mit den Fahrenden hat sich der Wileroltiger Gemeinderat auch mit anderen Themen ­beschäftigt, beispielsweise mit einer allfälligen Fusion. Nachdem der Kanton Bern ein Zusammengehen mit dem freiburgischen Kerzers ablehnt, schaut sich die Gemeinde andernorts um. Die Abklärungen stecken aber noch im Anfangsstadium. «Es ist etwas am Entstehen, die Richtung ist aber noch nicht klar», sagt Grossenbacher.

Am Samstag stehen aber weder das Thema Fusion noch der Transitplatz für Fahrende auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung. Diese Themen werden voraussichtlich unter dem Traktandum Verschiedenes ausführlich zur Sprache kommen. Den Behörden wird die (Denk)arbeit jedenfalls bis auf weiteres nicht ausgehen.

Gemeindeversammlung Wileroltigen. Samstag, 9. Dezember, 13 Uhr. Gemeindesaal. www.wileroltigen.ch

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt