Gemeinderat zerzaust das Ortsbuskonzept

Münsingen

Der Gemeinderat von Münsingen ist wenig begeistert von den Vorschlägen der Regionalkonferenz für ein Buskonzept. Er will Verspätungen und Staus nicht hinnehmen.

Der Ortsbus Münsingen bleibt regelmässig im Verkehr stecken.

Der Ortsbus Münsingen bleibt regelmässig im Verkehr stecken.

(Bild: Urs Baumann)

Johannes Reichen

Es war kein schmeichelhaftes Bild, das die Regionalkonferenz Bern-Mittelland vom Münsinger Ortsbus zeichnete. Die Linien seien anfällig für Verspätungen, die Anschlüsse seien nicht immer gewährleistet. Das sei nicht attraktiv für die Fahrgäste. Darüber hinaus sei das Netz wegen der vielen Linien und den Schlaufen unübersichtlich und schwer verständlich. So die Erkenntnis der Regionalkonferenz aus einer Studie über das Angebot in Münsingen.

Kaum eine höhere Meinung hat der Gemeinderat von Münsingen. Allerdings nicht nur vom bestehenden Buskonzept, sondern vor allem auch von den Vorschlägen der Regionalkonferenz. Die befand, dass es kaum Verbesserungsmöglichkeiten gebe, solange die Ortsdurchfahrt nicht saniert sei. «Es ist mehr als unglücklich, dass als Resultat der Status quo empfohlen wird», findet dazu der Gemeinderat. Münsingen beteiligte sich neben 14 weiteren Gemeinden sowie vier Ortsparteien an der Mitwirkung zum Konzept.

Zusätzlicher Bus nötig

Der Gemeinderat kritisiert, dass die heutigen Probleme zu wenig berücksichtigt worden seien. «Auch fehlen mutige, neue Ideen.» Er zeigt sich «von der Qualität wie auch dem Ergebnis» enttäuscht. Aus seiner Sicht sind «zwingend zusätzliche Ressourcen nötig». Dass die Situation ohne ein zusätzliches Fahrzeug nicht besser wird, sei klar.

Als Lösung favorisiert der Rat einen ganztägigen Halbstundentakt auf der Tangento-Linie, die von Belp über Münsingen nach Konolfingen führt. Zudem fordert er ein zusätzliches Fahrzeug im Unterdorf und zu den Hauptverkehrszeiten ein weiteres im Oberdorf. Zudem seien die Sanierung der Ortsdurchfahrt sowie Busspuren «dringender denn je».

Auch die SP Münsingen beteiligte sich an der Mitwirkung: «Die Gewährleistung der Anschlüsse an die Züge sollte oberste Priorität haben», teilte sie mit. Weiter seien die «unattraktiven Doppelschlaufen» aufzuheben. Im Ober- wie im Unterdorf müsse ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden.

Zu hohe Erwartungen

«Die Erwartungen an die Studie waren wohl überall zu gross», sagt Laurent Reusser, Bereichsleiter Verkehr bei der Regionalkonferenz, mit Blick auf die mehrheitlich kritischen Stellungnahmen. «Wir haben uns alle mehr erhofft.»

Die Antworten werden nun ausgewertet, in zwei Monaten soll klar sein, wie es weitergeht. Reusser betont jedoch: «Der Spielraum für Verbesserungen ist klein.»

Berner Zeitung

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