Grünes Licht für Tram Region Bern

Bern

Nach den Parlamenten von Köniz und Ostermundigen hat am Donnerstag auch der Berner Stadtrat den Beitrag Berns von 605'000 Franken an das Vorprojekt Tram Region Bern bewilligt.

Es legte sogar noch 50'000 Franken dazu für Spezialabklärungen.

Die neue Tramlinie soll die heutige Buslinie 10 von Ostermundigen nach Köniz ersetzen, die an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Vorgesehen ist ein Sechsminuten-Takt. In das Projekt integriert werden soll überdies die Verlängerung der Tramlinie 9 bis Kleinwabern.

Die Gesamtkosten für das Projekt sollen gemäss heutigen Schätzungen bei rund 260 Millionen Franken liegen. Die drei Anliegergemeinden Bern, Ostermundigen und Köniz teilen sich den Gemeindeanteil von insgesamt 20 Prozent zu je gleichen Teilen. Baubeginn soll spätestens 2014 sein, damit man noch in den Genuss der Gelder aus dem Infrastrukturfonds des Bundes kommt.

Die Tramlösung hatte in Zweckmässigkeitsbeurteilungen als eindeutig beste Variante abgeschnitten. Ein Tram sei leistungsfähiger, bequemer und ökologischer und deshalb am besten in der Lage, den erwarteten Zuwachs im öffentlichen Verkehr (öV) von über 40 Prozent zu bewältigen.

Waches Auge auf Linienführung

Die grosse Mehrheit im Rat würdigte die geplante Durchmesserlinie als wegweisendes Projekt, als Quantensprung, der die Weichen für einen effizienten öffentlichen Verkehr stelle. Kritische Stimmen gab es aber zur Linienführung.

Baudirektorin Regula Rytz versprach, insbesondere der Massierung von öV-Linien in den Hauptgassen der Innenstadt ein besonderes Augenmerk zu schenken. Der entsprechende Grundlagenbericht mit alternativen Szenarien stehe kurz vor dem Abschluss.

Einzig die SVP störte sich grundsätzlich an den «Rieseninvestitionen». Sie bemängelte insbesondere den Kostenteiler zwischen den drei beteiligten Gemeinden. Köniz und Ostermundigen profitierten mehr, Bern zahle zu viel. Der Rückweisungsantrag blieb indes chancenlos.

Auch unter den Tram-Befürwortern war allerdings der Zusatzbeitrag für Separatabklärungen von 50'000 Franken umstritten. Die FDP verlangte den Verzicht auf diese Aufstockung, was der Rat jedoch mit 45 zu 19 Stimmen ablehnte.

Der Rat hiess den auf 655'000 Franken aufgestockten Projektierungskredit schliesslich mit 59 zu 4 Stimmen gut. Die Gemeindeparlamente Köniz und Ostermundigen hatten ihren Anteil jeweils einstimmig gutgeheissen.

js/sda

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