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Gurlitt-Schau kommt im Herbst

Ab 2. November zeigt das Kunstmuseum Bern die erste Gurlitt-Ausstellung. Für Nina Zimmer ist es ein «Startschuss» – der das Haus ganz schön ins Schwitzen bringt.

Das Berner Kunstmuseum kann die Gurlitt-Werke ausstellen: Das Oberlandesgericht in München hält den 2014 verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt für testierfähig, wie es am 15.12.2016 mitteilte.
Das Berner Kunstmuseum kann die Gurlitt-Werke ausstellen: Das Oberlandesgericht in München hält den 2014 verstorbenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt für testierfähig, wie es am 15.12.2016 mitteilte.
Urs Baumann
Eine Cousine des Verstorbenen hatte die Testierfähigkeit Gurlitts angezweifelt. Bereits in erster Gerichtsinstanz drang die Cousine jedoch nicht durch.
Eine Cousine des Verstorbenen hatte die Testierfähigkeit Gurlitts angezweifelt. Bereits in erster Gerichtsinstanz drang die Cousine jedoch nicht durch.
Keystone
Kommt nach Bern: Courbet: «Schäfer», Gemälde.
Kommt nach Bern: Courbet: «Schäfer», Gemälde.
zvg
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Noch sind die Bilder aus dem Kunsterbe von Cornelius Gurlitt nicht in Bern eingetroffen. Und noch ist völlig offen, wie viele es sein werden. Klar ist jetzt, wann sie erstmals ausgestellt werden.

Wie das Kunstmuseum Bern (KMB) am Mittwoch bekannt gab, soll zeitgleich ab 2. November je eine Ausstellung in Bern und in Bonn stattfinden. In Bern unter dem Titel «‹Entartete Kunst› – beschlagnahmt und verkauft», in der Bundeskunsthalle Bonn unter dem Titel «Der NS-Kunstraub und die Folgen». Der gemeinsame Übertitel: «Bestandesaufnahme Gurlitt».

Die Bonner Ausstellung ist im Sommer 2018 auch in Bern zu sehen, anschliessend gehen die beiden Teile zusammen auf Tournee. Sie werden in weiteren deutschen Städten und in weiteren Ländern gezeigt.

Historische Ausstellung

Laut KMB-Direktorin Nina Zimmer, die zusammen mit Sammlungsleiter Matthias Frehner kuratiert, sollen nicht bloss Bilder aufgehängt werden. «Die Ausstellung wird auch historischen Charakter haben», sagt sie. Das heisst: Die Geschichte hinter den Bildern soll erzählt werden.

Wie die Bilder von den Nazis aus den Museen abtransportiert wurden – und wie sie zu Kunstsammler Hildebrand Gurlitt gelangten, der in der Nazizeit Kunst handelte. Sohn Cornelius hat seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht.

Als «anspruchsvoll» bezeichnet Nina Zimmer die unter grossem Zeitdruck entstehende Ausstellung. «Es ist ein komplexes Projekt, wegen der juristisch verzögerten Abläufe, wegen langwieriger Forschungsprojekte und der komplizierten Verfahren zur Ausfuhr aus Deutschland», sagt sie.

Erbannahme mit Vorbehalt

Das Konzept der Doppelausstellung entspricht der Vereinbarung zwischen dem Kunstmuseum Bern und der Bundesrepublik Deutschland von November 2014. Als das KMB das Erbe annahm, tat es dies mit Vorbehalt: Nur Werke, die frei von Raubkunstverdacht sind, sollen nach Bern kommen. Die Herkunft der Bilder soll in Deutschland erforscht und Bilder gegebenenfalls an Geschädigte zurückgegeben werden.

Die Vereinbarung sah auch vor, dass in Bonn Werke unter Raubkunstverdacht ausgestellt werden sollten, man erhoffte sich durch die Präsentation neue Erkenntnisse zur Provenienz. Das war etwas naiv, weil sich die Provenienzrecherche als weit komplexer herausgestellt hat als zunächst angenommen.

Erst bei wenigen Werken in der Gurlitt-Sammlung hat sich bis jetzt der Raubkunstverdacht erhärtet. Die Forschung geht weiter – unter Mithilfe des Kunstmuseums Bern.

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