Happy End für Aufbahrungshalle

Nach jahre­langem Hin und Her mit dem Denkmalschutz steht endlich die Einweihung vor der Tür: Das Aufbahrungsgebäude neben der Kirche ist fertig gebaut.

Das Aufbahrungsgebäude in Rüschegg: Es sieht nicht so aus wie geplant. Unter anderem gibt es kein Vordach.

Das Aufbahrungsgebäude in Rüschegg: Es sieht nicht so aus wie geplant. Unter anderem gibt es kein Vordach.

(Bild: Raphael Moser)

Der Bau sieht nicht so aus, wie sich das die Rüscheggerinnen und Rüschegger ursprünglich gewünscht haben. Aber: Endlich ist das Aufbahrungsgebäude fertig. Dass es nun sogar etwas grösser ist als das frühere Häuschen, mag darüber hinwegtrösten, dass kein Vordach gebaut werden durfte und die grossen Fenster des Mehrzweckraums mit Holzleisten kaschiert sind.

«Es ist wunderschön geworden», sagt die zuständige Gemeinderätin Daniela Zurbriggen. Sie sieht das neue Gebäude nicht nur mit den Augen der Behördenvertreterin, sondern auch als Fachperson: Zurbriggen ist Bestatterin und wird mit dem Aufbahrungshaus mehr in Berührung kommen als andere Leute. Sie spricht aus, was viele denken: «Irgendeinmal liegt jeder hier drin.» Deshalb sei so ein schönes Gebäude tröstlich.

«Mit den neu gestalteten und  erweiterten Räumen kann man negativen Gefühlen durch eine ruhige und kraftvolle Atmosphäre entgegenwirken.»GemeinderätinDaniela Zurbriggen

Obschon nur mit einer schmalen Fensterluke ausgestattet, ist der mit Holz ausgekleidete Aufbahrungsraum hell und in seiner Schlichtheit berührend. «Mit den neu gestalteten und erweiterten Räumen kann man negativen ­Gefühlen wie Angst und Be­klemmung durch eine ruhige und kraftvolle Atmosphäre entgegenwirken», sagt Zurbriggen.

Ein langer Weg

Dem Baubeginn gingen jahre­lange Auseinandersetzungen ­voraus. Das Siegerprojekt eines Planungswettbewerbs hätte den Aufbahrungsraum unter den Boden verlegen wollen. Gegen den supermodernen Bau wehrten sich die Rüscheggerinnen und Rüschegger aber erfolgreich.

Sie lehnten das Projekt an der Gemeindeversammlung im Juni 2014 ab. Die Projekte, welche die Gemeinde anschliessend mit einem einheimischen Architekten beim Kanton einreichte, wurden von der kantonalen Kom­mission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) als «nicht bewilligungsfähig» er­achtet. Der jetzige Bau ist für die Gemeinde das Beste, was aus den Vorgaben der OLK herausgeholt werden konnte.

Ursprünglich hätte das alte Aufbahrungsgebäude saniert werden sollen. Weil sich aber ­herausstellte, dass unter dem Unterlagsboden keine Bodenplatte lag, entschloss sich der Ge­meinderat zu einem Abbruch und Wiederaufbau. Bei einer Sanierung, hätte der Grundriss gleich bleiben müssen.

Mit dem Neubau war die Situation anders. Statt 9,5 auf 8,4 misst das Gebäude jetzt 9,5 auf 9,5 Meter. Der Aufbahrungs- und der Mehrzweckraum sind grösser, die Toiletten be­hindertengerecht. Die Boden­heizung wird aus einer Holz­fernheizzentrale gespeist. Die Bauabrechnung steht noch aus. «Wir schätzen aber, dass die Kosten im gesetzten Rahmen bleiben», sagt Daniela Zurbriggen.

Zusätzliche Parkplätze

An der Gemeindeversammlung wurde mehrmals gefordert, nebst dem Gebäude auch noch Parkplätze zu bauen, fahren doch in der weitläufigen Gemeinde alle mit dem Auto zu einer Beerdigung. Es konnten dreizehn neue Parkplätze erstellt werden.

Jetzt, wo alle Hürden genommen wurden, wollen alle vorwärtsschauen. Und wenn schon kein Vordach gebaut werden durfte, unter dem die Leute vor Wind und Wetter Schutz suchen könnten, gibt es jetzt den ge­räumigen Mehrzweckraum.

Er wird in Zukunft bei grossen Beerdigungen einen Teil der Trauergemeinde aufnehmen können, da die Audioanlage von der Kirche hinübergezogen wurde. Der Raum, früher hiess er Taufzimmer, soll aber auch Rückzugsort sein bei Veranstaltungen, Hochzeiten, Taufen und natürlich Beerdigungen.

Einweihungsfeier: 9. Dezember, 10 Uhr, bei der Kirche Rüschegg.

Berner Zeitung

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