Hat das «Heimeli» eine Zukunft?

Kirchlindach

Die Badi «Heimeli» in Kirchlindach muss saniert werden. Jetzt stellt der Gemeinderat die Grundsatzfrage: Wollen die Steuerzahler überhaupt noch Geld in die Badi stecken?

Das «Heimeli» liegt in der Natur und gilt als Geheimtipp.

Das «Heimeli» liegt in der Natur und gilt als Geheimtipp.

(Bild: Urs Baumann)

Hans Ulrich Schaad

Wie viele andere Gemeinden muss auch Kirchlindach aufs Geld schauen. Jeder Ausgabenposten wird überprüft. Dazu gehört auch das Gemeindebad «Heimeli», zumal das Betreiben einer Badi eine freiwillige Gemeindeaufgabe ist. Der Betriebsaufwand sei «erheblich» und belaste die Rechnung jährlich mit 40'000 bis 50'000 Franken, heisst es in den neusten «Lindacher Nachrichten». Zu den Arbeiten der Angestellten des Werkhofs gehört, etwa ein- bis zweimal täglich die Wasserqualität zu kontrollieren, die Anlage zu reinigen oder den Rasen zu mähen.

Saison 2015 findet sicher statt

Jetzt drängt sich eine Sanierung der gut 65-jährigen Badi auf. Der Lindacher Gemeinderat hat deshalb das «Heimeli» auf seine Traktandenliste gesetzt. Er bereitet eine Vorlage vor. Ausser einem Kredit für die Sanierung wird der Rat der Bevölkerung die Grundsatzfrage stellen, ob sie weiterhin Geld in die Badi stecken will. «Der Gemeinderat will das ‹Heimeli› nicht schliessen», betont Gemeindeschreiber Hans Soltermann. «Er wird nur aufzeigen, was es kostet.»

Entscheiden werde der Stimmbürger, ob die Gemeinde weiterhin eine Badi betreiben soll. Noch könne er nicht sagen, wie teuer die Sanierung werde. Die Vorlage soll aber spätestens Ende Jahr bereit sein für die Gemeindeversammlung. «Die Badesaison 2015 findet aber auf alle Fälle statt», beruhigt der Gemeindeschreiber.

Ein Geheimtipp

Das «Heimeli » ist ein Unikum in der Region. Die Badi liegt mitten in der Natur im Weiler Heimenhaus, ist klein, aber fein und gilt bei vielen als Geheimtipp. «Die Besucher kommen vor allem aus der nahen Region, darunter viele Familien», sagt Hans Soltermann. Besucherstatistiken gibt es keine, denn der Eintritt ist frei. Früher hatte es eine Drehtür mit Münzautomaten. Aber die war immer wieder defekt, und die Reparaturkosten überstiegen die Einnahmen aus den Eintritten.

Die Infrastruktur ist einfach. Es gibt ein schmales Schwimmbecken, eine Liegewiese, Toiletten und Garderoben. Daran soll sich auch mit einer allfälligen Sanierung nichts ändern, nur Bestehendes würde instand gestellt, erklärt Soltermann. Es werde weiterhin keine Aufsicht geben. Das sei auch nach einer Sanierung möglich, die Gemeinde habe das abgeklärt. Obwohl dies von der Haftung her nicht unproblematisch sei, ergänzt er.

Berner Zeitung

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