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Haus der Religionen soll gebaut werden

Die seit gut zehn Jahren bestehende Idee, in Bern in einem neuen Haus der Religionen mehrere Religionsgruppen unter einem Dach zu vereinen, scheint Wirklichkeit zu werden. Der Generalunternehmer will ab Frühling 2011 den Gebäudekomplex bauen.

Für das 80-Millionen-Franken-Vorhaben am Europaplatz im Westen der Stadt Bern sei in der laufenden Woche ein neues Baugesuch eingereicht worden, gab Architekt Stefan Graf am Donnerstag in Bern bekannt. 2013 werde der Gebäudekomplex eingeweiht, hiess es seitens der Zürcher Firma Halter Entwicklungen, die ihn realisiert.

«Ankermieter» des Gebäudes mit Dreisternhotel, Restaurant, Wohnungen und Büros werde ein Schweizer Grossverteiler, sagte Halter- Geschäftsführer Markus Mettler vor den Medien weiter. Um welchen es sich handelt, wurde nicht bekanntgegeben. Es bestünden aber Vorverträge.

Im Spätsommer will Halter Entwicklungen bekanntgeben, wer das Hotel mit seinen 114 Zimmern und die Läden betreibt. Mettler rechnet nicht mit Einsprachen gegen das neue Baugesuch, das auf eine bestehende, rechtskräftige Baubewilligung folgt.

Stiftung will 10 Millionen für Haus aufbringen

Das Haus der Religionen kommt gemäss den vorgestellten Plänen vor den kommerziellen Teil des Komplexes zu stehen. Um einen gemeinsam nutzbaren Dialogbereich gruppieren sich darin fünf Gebetsräume von Christen, Muslimen, Hindus, Buddhisten und Aleviten. Nur 18 Prozent der Nutzfläche des Gebäudekomplexes wird das Haus der Religionen beanspruchen.

Die fünf Religionsgruppen «harmonieren extrem gut», sagte Architekt Stefan Graf. Sie hätten unterschriftlich ihre Zustimmung zu den Architekturplänen abgegeben.

Natürlich bestehe stets die Gefahr, dass eine Gemeinschaft aus dem Projekt aussteige, in diesem Fall habe aber die Geschichte des Projekts gezeigt, dass immer wieder neue Interessenten zu finden seien.

Rund zehn der 80 Millionen Franken dürfte das Haus der Religionen kosten. Für diese zehn Millionen aufkommen will die Stiftung «Europaplatz - Haus der Religionen». Vizepräsidentin Regula Mader sagte am Donnerstag, die Stiftung sei überzeugt, dass sie das Geld aufbringen werde.

5,5 Mio. Franken sollen aus dem kantonalen Lotteriefonds fliessen, wofür Anfang Mai das Gesuch eingereicht wird, das restliche Geld soll mittels Spenden und Hypotheken zusammenkommen. Eine Spende von einer Mio. Franken hat die Rudolf- und Ursula-Streit- Stiftung zugesichert. Gebaut wird im Baurecht auf Land der Stadt Bern.

Übergangslösung gefunden

In Bern gibt es bereits ein Haus der Religionen - in einer unscheinbaren Werkhalle, die demnächst abgerissen wird. Träger dieses Hauses ist der Verein «Haus der Religionen - Dialog der Kulturen», dem laut Präsidentin Gerda Hauck acht Weltreligionen angehören.

Bis das neue Haus am Europaplatz steht, hat nun der Verein eine Übergangslösung gefunden. Er kann neben dem Berner Rosengarten Räumlichkeiten mieten. Das sei seit dieser Woche klar, so Hauck.

SDA/vh

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