Hier darf das Elterntaxi halten

Ittigen

Zu viele Eltern bringen ihre Kinder in Ittigen immer noch mit dem Auto in die Schule, zu häufig kommt es dabei zu gefährlichen Verkehrssituationen. Auf das neue Schuljahr hin hat die Gemeinde nun reagiert.

Küssen und abfahren: Maximal zwei Minuten dürfen Eltern anhalten. Foto: Christian Pfander

Küssen und abfahren: Maximal zwei Minuten dürfen Eltern anhalten. Foto: Christian Pfander

Annic Berset

Der Schulweg – wer hat nicht eine Anekdote dazu zu erzählen? Rumblödeln mit Freunden, abmachen für den Nachmittag, Klingelstreiche bei den Nachbarn oder ein Abstecher zur Bäckerei, kurz bevor es nach Hause zum Mittagessen geht. Auch in Ittigen nehmen ab Montag wieder alle Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg in Angriff.

Wenn es nach dem Gemeinderat geht, sind es noch zu wenige, die zu Fuss hin und zurück gehen. «Es gibt immer noch zu viele Schulkinder, die von den Eltern tagtäglich mit dem Auto in die Schule gefahren werden», sagt Gemeinderätin Gabriela Meister (SP). Das führe morgens, bevor die Schule anfängt, am Mittag und auch am Nachmittag bei Schulschluss oft zu einem Autochaos rund um die Ittiger Schulhäuser. Das will die Gemeinde ändern. Vor zwei Jahren hat das Departement Sicherheit das Projekt «Schulweg und Elterntaxis» in Angriff genommen. 

In einem ersten Schritt wurden Schülerinnen und Schüler aus der Unterstufe befragt, an welchen Stellen auf dem Schulweg sie sich unsicher fühlen würden. «Ausserdem haben wir Reaktionen direkt von Lehrpersonen erhalten, die gefährliche Situationen zwischen Elterntaxis und Schülern, die mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs waren, miterlebt haben», so Gabriela Meister.

Auch Quartierbewohner aus dem Altikofen hätten sich gemeldet, weil es wegen der vielen Autos je nach Uhrzeit beim Schulhaus kein Durchkommen mehr gab. Die Gemeinde installierte daraufhin an drei verschiedenen Standorten Videokameras, um zu überprüfen, wo und zu welcher Zeit Probleme auf­tauchen.

«Es hat sich gezeigt, dass vor allem die manövrierenden Autos, die in die Schulhauseinfahrt reinfahren und wenden, die Schulkinder gefährden und verunsichern.» Beim Altikofen kämen die Autofahrer ausserdem den Velofahrern in die Quere, die Abstellplätze für die Schüler befinden sich ganz in der Nähe der Einfahrt.

Im Auto sitzen bleiben

Verschiedene Verkehrsmassnahmen sollen die Situation rund um die Ittiger Schulhäuser nun beruhigen. Der Gemeinderat hat beim Altikofenschulhaus drei und im Rainschulhaus sechs sogenannte Kiss-and-Ride-Parkplätze installiert – küssen und wieder wegfahren heisst das neue Motto. Die neuen Parkfelder sind breiter als normale Parkplätze, damit die Schulkinder gefahrlos aussteigen können.

Maximal zwei Minuten dürfen sich die Eltern darauf aufhalten, danach müssen sie wegfahren – und sie müssen im Wagen sitzen bleiben. Als weitere Massnahme wurden rund um die beiden Schulhäuser die Halteverbotszonen erweitert, und beim Rain sollen in einer späteren Phase zwei Poller dafür sorgen, dass kein Verkehr mehr unmittelbar vor dem Schulhaus durchrollt. 

In der ersten Schulwoche wird Gemeinderätin Gabriela Meister zusammen mit Freiwilligen vor den Schulhäusern Flyer verteilen und die Eltern auf die neuen Regeln hinweisen. «Danach werden wir Kontrollen durch den Sicherheitsdienst Gayret und die Polizei durchführen lassen, um diese Regeln auch durchsetzen zu können», sagt Meister. Genau könne man jetzt noch nicht abschätzen, ob alles so funktioniere wie geplant.

Die Parkplatzzahl sei beschränkt. Was passiere, wenn alle Plätze belegt seien, bleibe abzuwarten. «Wir wollen kein Überangebot schaffen. Es sollen sich nicht noch mehr Eltern ermuntert fühlen, ihre Kinder zur Schule zu fahren.» Die neuen Parkplätze seien vor allem dafür installiert worden, das Autochaos zu beruhigen. 

Sowieso geht es beim ganzen Projekt um die Sicherheit der Schulkinder. «Sie sollen sich sicher fühlen, wenn sie in die Schule oder nach Hause laufen, sodass sich mehr von ihnen überzeugen lassen, künftig zusammen zu Fuss zu gehen.»

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