Hornusser machen reinen Tisch

Lyss

Die Lysser Hornusser wollen ­ihre Hütten teilweise abreissen und neu bauen. Damit ­sollen Diskussionen um möglicherweise illegale Bauten vom Tisch sein.

Hans Ulrich Schaad

Das Ries der Lysser Hornusser ist zurzeit übersät mit kleinen braunen Erdhaufen. Schermäuse können ihrer Tätigkeit ungestört nachgehen. Nicht Erde umgegraben, aber Staub aufgewirbelt hat vor knapp vier Jahren im Grossen Gemeinderat eine Interpellation von Hans Ammeter (SP). Darin wurden die Hornusser verdächtigt, in den letzten Jahren nicht bewilligte Bau- und Rodungsarbeiten vorgenommen zu ­haben. Und dazu noch in der ­geschützten Auenlandschaft der Alten Aare.

Verfahren eingestellt

Der Vorstoss erwies sich zwar mehrheitlich als Sturm im Wasserglas. Für das Fällen der Bäume lag die Zustimmung der zuständigen Forststelle vor, und für viele Bauten rund um die Hütten lagen Bewilligungen vor. Auch in Sachen Auenschutz konnte der Gemeinderat entwarnen. Der Platz liegt in einem Perimeter mit einem geringeren Schutzstatus und zudem in einer Zone für Sport- und Freizeitanlagen.

Bei gewissen durchgeführten Arbeiten, räumte der Gemeinderat aber ein, liege wohl keine Bewilligung vor. Er leitete entsprechend ein baupolizeiliches Verfahren ein, stellte dieses aber laut Gemeinderat Rolf Christen (BDP) später ein. Man suchte gemeinsam nach einer für alle Parteien guten Lösung.

Nun liegt ein Baugesuch der Lysser Hornusser vor. Es ist das Ergebnis von langen Verhandlungen mit der Gemeinde, den kantonalen Fachstellen und dem Naturschutz. Der Verein will eines der beiden Gebäude und den Vorplatz zurückbauen, das andere erweitern. Im kompakten Neubau solle es genügend Platz für alles Material, aber auch für den geselligen Teil des Vereinslebens haben, sagt Präsident Simon Rytz. Und nicht zuletzt sollten ­alle Bauten auf eine rechtliche Grundlage gestellt werden, sodass es keine Diskussionen mehr gebe. «Wir möchten auf diesem Platz bleiben, wir fühlen uns hier wohl», ergänzt Präsident Rytz.

Pachtvertrag läuft aus

Damit die Hornusser effektiv dortbleiben dürfen, muss der ­Ende 2019 auslaufende Pachtvertrag mit der Gemeinde Lyss erneuert werden. Die Parteien seien gewillt, den Vertrag zu verlängern. Denn in der Umgebung von Lyss stehe kein alternativer Standort zur Verfügung, sagt Gemeinderat Rolf Christen.

Ohne Vertragsverlängerung mache das Neubauprojekt keinen Sinn, erklärt der Vereinspräsident. Die Hornusser machen sich nun parallel zu den Vertragsverhandlungen daran, die Finanzierung des Projekts sicherzustellen. Viele Arbeiten werden die Hornusser durch Fronarbeit der Mitglieder ausführen.

Berner Zeitung

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