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Imker beklagen Missstände

Der Imkerverein des Freiburger Sensebezirks erhebt massive Vorwürfe an den Kanton. Das autoritäres Auftreten der Bieneninspektoren sorge für ein Klima der Angst. Der Kanton gesteht «gewisse Schwierigkeiten» ein.

Franziska Ruprecht und Armin Jeckelmann vom Imkerverein des Sensebezirks fordern neue Inspektoren.
Franziska Ruprecht und Armin Jeckelmann vom Imkerverein des Sensebezirks fordern neue Inspektoren.
Aldo Ellena/FN

Jetzt reichts dem Imkerverein des Sensebezirks. In einem offenen Brief an die Freiburger Staatsrätin Marie Garnier (Grüne) wählt er deutliche Worte.

Das Auftreten der neuen Bienen­inspektoren «spottet jedes partnerschaftlichen Verhältnisses», heisst es da. Und: «Wir werden eingeschüchtert, vorverurteilt und von vornherein in die Rolle eines Übeltäters gedrängt.»

Begonnen habe das Ganze an der Hauptversammlung des Imkervereins im Februar, erzählen Vereinspräsidentin Franziska Ruprecht und Vizepräsident Armin Jeckelmann. Dort seien die anwesenden Imker von den Bieneninspektoren wegen angeblicher Missstände denunziert worden.

«Alle waren perplex. Und ­bevor wir überhaupt darüber diskutieren konnten, verliessen die Inspektoren einfach den Saal», so Ruprecht. Als Reaktion darauf wandten sich die Imker erstmals an Staatsrätin Garnier. Ein Mediator wurde eingesetzt, und die Lage schien sich vorübergehend zu beruhigen.

Kein Vertrauen mehr

Doch dann seien die Inspektoren «noch extremer geworden», sagt Imkerpräsidentin Ruprecht. Zum Beispiel bei der Bekämpfung der Sauerbrut: Seien Bienen von der Seuche betroffen, würden die Inspektoren gleich alle Völker des Bienenstandes abtöten, auch die gesunden.

Gemäss den technischen Weisungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen müssen erst dann sämtliche Völker vernichtet werden, wenn auf dem Bienenstand mehr als 50 Prozent der Völker Sauerbrutsymptome aufweisen.

Die Imker sprachen Kantonstierarzt Grégoire Seitert darauf an – doch dieser habe nur geantwortet: Der Kanton sei nicht verpflichtet, sich daran zu halten.

«Die Fachkompetenz der Inspektoren ist ungenügend. Und sie verfügen über keine Sozialkompetenz.»

Franziska Ruprecht, Präsidentin Imkerverein Sensebezirk

Franziska Ruprecht geht mit den Inspektoren hart ins Gericht: «Ihre Fachkompetenz ist ungenügend. Und sie verfügen über keine Sozialkompetenz.»

Es könne doch nicht sein, dass bei einer Kontrolle immer nur ein Imker anwesend sein dürfe – und die Kontrolleure zu zweit oder zu dritt einfahren würden. «Das Vertrauensverhältnis ist zerstört. Die aktuellen Inspektoren müssen ersetzt werden.»

Mediator vermittelt

Peter Maeder, Generalsekretär der Freiburger Landwirtschaftsdirektion, bestätigt «gewisse Schwierigkeiten auf kommunikativer Ebene» zwischen den Imkern und den Inspektoren. Von einem «Missstand» mag er aber nicht reden.

Kantonstierarzt Seitert habe sich sehr engagiert, um die Schwierigkeiten zu lösen. Nun werde der kantonale Mediator weiter vermitteln. Der bisherige Mediator, Alt-Oberamtmann Nicolas Bürgisser, hat sich zurückgezogen.

Ob der Kanton die Bieneninspektoren des Sense­bezirks wie von den Imkern gefordert absetzt, lässt General­sekretär Maeder offen. «Wir müssen nun im Rahmen der Mediation nach möglichen Lösungen suchen», sagt er.

Und warum wird bei Sauerbrutsymptomen jeweils der ganze Bienenstand abgeschwefelt? Hier gestehe die Tierseuchenverordnung dem Kanton einen Ermessensspielraum zu, so Maeder.

«Das Risiko ist konkret so gross, dass der Kanton diesen ausnutzt.» Die technischen Weisungen des Bundes seien eine Vollzugshilfe, welche nicht angewendet werden müsste.

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