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«In Bern vergeht kein Tag ohne Überfall»

In Bern vergeht im Moment fast keine Woche, ohne dass Räuber ein Geschäft überfallen. Jetzt fordern Ladenbesitzer, die ausgeraubt wurden, von Stadtpräsident Alexander Tschäppät mehr Polizeipatrouillen.

Pia Remund ist seit 15 Jahren Inhaberin der «Tabakdose» an der Länggassstrasse 30. Sie ist die Initiantin des Briefes an Stadtpräsident Alexander Tschäppät.
Pia Remund ist seit 15 Jahren Inhaberin der «Tabakdose» an der Länggassstrasse 30. Sie ist die Initiantin des Briefes an Stadtpräsident Alexander Tschäppät.
Jürg Spori

«Unser Stadtpräsident Alexander Tschäppät lobt bei jeder Gelegenheit in den Medien, dass Bern eine sichere Stadt ist», sagt Pia Remund von der «Tabakdose» an der Berner Länggassstrasse 30. Die Besitzerin des Tabak- und Zeitungsladens hat jetzt genug von Tschäppäts «Schönfärberei». Die Realität in der Stadt Bern sehe nämlich ganz anders aus, ist die 47-jährige «Tabakdose»-Inhaberin überzeugt. «Fast kein Tag vergeht, ohne dass ein Geschäft oder Passanten in den Gassen überfallen werden.»

Eine ihrer Angestellten habe einen solchen Überfall selbst erlebt, erzählt Pia Remund. «Sie musste mit dem Geld in meinem Laden herausrücken, als sie ein Mann mit der Pistole bedrohte.» Die Polizei konnte den Räuber später fassen.

Nach diesen Raubüberfällen hat jetzt «Tabakdose»-Inhaberin Pia Remund genug: Zusammen mit anderen betroffenen Geschäften hat sie an Stadtpräsident Alexander Tschäppät einen Brief geschrieben.

Mehr Polizei gefordert

Darin fordern die überfallenen Geschäftsbesitzer vermehrte Polizeipräsenz – nicht nur wegen Parksündern – in den Quartieren. «So würde sich die Bevölkerung sicherer fühlen», schreiben sie. «Es kann doch nicht sein, dass überfallene Opfer ein Leben lang zu leiden haben, währendem den Tätern in unserem Rechtssystem fast nichts passiert.» Die Geschäftsinhaber fordern von Alexander Tschäppät, dass er endlich gegen die zunehmende Gewalt etwas unternimmt. Und sie stellen ihm im Brief gleich die Frage: «Was wollen Sie zum Schutz der Steuerzahlenden unternehmen?» Am Schluss des Briefes reden sie dem Stadtpräsidenten ins Gewissen: «Wir hoffen, dass Ihnen das Wohl der Wähler ein Bedürfnis ist und dass mit den einbezahlten Steuergeldern einmal etwas Positives zum Schutz der Bevölkerung geschieht.» Tschäppät konnte sich gestern, weil er zurzeit krank sei, nicht zu diesem Brief äussern.

Auch Kioskbetreiberin Ursula Steiner (51) von der Schlossstrasse hat den Brief an Tschäppät unterschrieben, weil eine ihrer Angestellten von einem Mann mit der Pistole bedroht wurde. Auch sie musste Geld herausrücken. Im Maxi-Lebensmittelgeschäft an der Brunnmattstrasse erfolgte ebenfalls ein bewaffneter Raubüberfall.

Mit Messer bedroht

Ende Juli wurde die Bäckerei Hirschi an der Pestalozzistrasse überfallen. Ein Mann bedrohte die Verkäuferin mit einem Messer und konnte 1400 Franken an sich reissen. Die Verkäuferin ist immer noch traumatisiert.

Auch letzte Woche riss die Überfallserie in Bern nicht ab: In Bümpliz wurde ein Kiosk überfallen. Und an der Spitalgasse fesselten drei Gangster den Geschäftsführer der Bijouterie Zigerli&Iff und zwei Kunden an den Beinen. Am Boden liegend, mussten sie zusehen, wie einer der Gangster die Verkäuferin mit einer Pistole bedrohte. Sie musste die Vitrinen öffnen und Schmuck herausgeben. Einen der Räuber konnte die Polizei später fassen.

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