In Europa. Mittendrin

Muri-Gümligen

Neben der Schweizer Flagge flattert in Muri-Gümligen zum 1. August auch die europäische – was immer wieder zu Irritationen führt.

Immer wieder muss sich die Gemeinde für ihre Europafahnen rechtfertigen.

Immer wieder muss sich die Gemeinde für ihre Europafahnen rechtfertigen.

(Bild: iStock)

Stephan Künzi

Pünktlich auf den 1. August hin flatterten sie wieder im Wind. Die Fahnen von Muri und Gümligen, die Fahnen des Kantons Bern und der Schweiz – auch Muri-Gümligen folgte der althergebrachten Tradition, mit der die Gemeinden landauf, landab zum Nationalfeiertag ihre Verbundenheit mit der Heimat ausdrücken.

In Gold, Silber, Rot und Schwarz präsentierte sich der Fahnenwald – doch hoppla, unvermittelt auch in Blau und Gold. Neben Muriger Mauerkrone und Gümliger Lilien, neben Berner Bär und Schweizerkreuz schmückten Europas goldene Sterne auf blauem Grund die Strassen im Berner Vorort. Wie ungewöhnlich in diesen patriotischen Zeiten.

Ein Bekenntnis zu Europa? Gewiss – aber nicht zur Europäischen Union, sondern zum Europarat, dem die Schweiz seit immerhin über 50 Jahren angehört. Dieser Unterschied ist den Gemeindebehörden wichtig. Regelmässig müssen sie sich für ihre Europafahnen rechtfertigen, müssen erklären, dass Rat und Union dummerweise dasselbe Hoheitszeichen nutzen. Sie könnten auch einfach geogra­fisch argumentieren. Muri-Gümligen liegt in Europa. Mittendrin.

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