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Investitionen trotz drohender Geldnot

Das Bolliger Stimmvolk genehmigte das Budget 2010. Hohe Investitionen werden die Gemeindefinanzen künftig belasten.

Er präsentiere für 2010 einen «soliden Voranschlag», sagte der Bolliger Gemeinderat Peter Pfenninger (FDP) an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend. Das Budget sieht bei einem Aufwand von 29,25 Millionen einen Verlust von «nur» 171000 Franken vor. Trotzdem ist der Finanzchef besorgt: Seit Jahren verzeichnet Bolligen Defizite. Düster sind zudem die Prognosen für die kommenden Jahre. Zwischen 2010 und 2014 sind Investitionen von 17,5 Millionen Franken geplant. Diese müssen zur Hälfte fremdfinanziert werden.

Die Defizite, die entstehen, können nur noch bis 2013 durch das Eigenkapital gedeckt werden. 2014 sieht der Finanzplan einen Bilanzfehlbetrag von 620000 Franken vor. Pfenningers Fazit: «Eine Erhöhung der Steueranlage lässt sich in den nächsten Jahren nicht mehr ausschliessen.» 2010 bleibt der Ansatz bei 1,4 Einheiten.

Die Sprecher der Ortsparteien zeigten sich zwar besorgt, sprachen sich aber für das Budget 2010 aus. «Cool bleiben», lautete die Devise. So wurde der Voranschlag schliesslich einstimmig genehmigt.

«Schulhäuser ausgelastet»

Die angespannte Finanzlage Bolligens prägte jedoch die folgenden Diskussionen um zwei grosse Investitionen: Die Gesamtsanierung der Schulanlage Flugbrunnen und die Sanierung des Hallenbad-Flachdaches. Mit geschätzten Kosten von 8 Millionen Franken wird die Schulhaussanierung besonders hoch zu Buche schlagen. Vorerst ging es jedoch darum, den Projektierungskredit von 282000 Franken zu genehmigen. «Die beiden Primarschulhäuser Lutertal und Flugbrunnen sind heute mit je sieben Klassen ausgelastet», sagte Gemeinderat Jon Duri Tratschin (SP). Eine Studie zeige, dass die Schülerzahl in den nächsten fünf Jahren sinken werde. «Doch 12 Klassen werden wir auch weiterhin haben. Dafür brauchen wir zwei Schulhäuser», so Tratschin.

«Neubau wäre zu teuer»

Gemeinderat Niklaus Wahli (SP) sagte, das Schulhaus Flugbrunnen könne durchaus saniert werden. Es käme die Gemeinde günstiger, dies zu tun, als ein neues Schulhaus – etwa im Lutertal – zu erstellen. «Bei einem neuen Schulhaus sind wir bald einmal auf Kosten von 20 Millionen. Das wäre ein zu grosses Projekt für Bolligen.»

Mit 2 Gegenstimmen genehmigten die 133 Anwesenden schliesslich den Projektierungskredit für die Sanierung. Verschiedene Varianten werden nun geprüft. Über das Projekt an sich soll die Gemeindeversammlung am 8.Juni 2010 abstimmen.

Geld fürs Hallenbad-Dach

Ebenfalls Ja sagte die Gemeindeversammlung zur Flachdachsanierung beim Hallenbad. Sie genehmigte einen Kredit von 300000 Franken. Parteipräsident Jörg Frei stellte im Namen von Bolligen Parteilos (BP) den Antrag, die Kosten auf 250000 Franken zu beschränken. Die geplanten Massnahmen seien «sehr teure Maximalvarianten, bei denen problemlos 20 Prozent der Kosten eingespart werden könnten».

Der zuständige Architekt Martin Knapp erwiderte, es handle sich nicht um eine Luxusvariante. Die Arbeiten müssten so ausgeführt werden, um weitere Schäden am Dach zu vermeiden. Der Antrag von Bolligen Parteilos wurde mit grossem Mehr abgelehnt, jener des Gemeinderats deutlich genehmigt.

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