Ittigen ist mit der Welt solidarisch, Buchsi eher nicht

Region Bern

Die Berner Gemeinden schneiden in einem Rating zum globalen Verantwortungsbewusstsein durchschnittlich ab.

Die Gemeinde Münchenbuchsee erreicht beim Solidar Suisse-Rating nur gerade 1,5 von 100 möglichen Punkten.

Die Gemeinde Münchenbuchsee erreicht beim Solidar Suisse-Rating nur gerade 1,5 von 100 möglichen Punkten.

(Bild: Andreas Blatter/Archiv)

Johannes Reichen

Münchenbuchsee hat zwar mitgemacht. «Aber wir haben uns nicht wirklich mit der Sache befasst», sagt Gemeindepräsident Manfred Waibel (SVP). Nun schneidet die Gemeinde in einem Rating der Nonprofitorganisation Solidar Suisse miserabel ab. Nur gerade 1,5 von 100 möglichen Punkten resultierten. Untersucht wurde, wie solidarisch sich die Gemeinden mit der Welt zeigen, und zwar bei Beschaffungswesen und Entwicklungszusammenarbeit: Wie viel Geld geben die Gemeinden für humanitäre Hilfe aus? Unter welchen sozialen Kriterien beschaffen sie sich Computer oder Natursteine? Und auch: Trinken die Angestellten Fairtrade-Kaffee?

Solidar Suisse fragte die 100 grössten Gemeinden der Schweiz zum vierten Mal für eine Teilnahme an, 87 machten mit. Von den 12 Gemeinden der Region Bern schneidet Ittigen (90 Punkte) am besten ab. Sie gehe vor allem bei der Beschaffung weiter als andere. So sei explizit für freihändige Beschaffungen eine Liste mit zu berücksichtigenden Labels wie Fair Stone für Natursteine, Fair Wear für Textilien oder Max Havelaar erarbeitet worden.

Danach folgt Bern (84), wo die Fachstelle für das Beschaffungswesen gelobt wird. Münsingen (69) zeige sich in der Entwicklungszusammenarbeit solidarisch, in Steffisburg (67,5) überzeugt das nachhaltige Beschaffungswesen. Köniz (62,5) verliert gegenüber dem letzten Rating Punkte, weil die serbische Partnergemeinde Prijepolje nicht mehr unterstützt wird.

Keine Kaffeevorschriften

Weiter folgen Lyss und Zollikofen (je 47,5), Worb (30,4), Belp (20) und Ostermundigen (10). Kerzers FR (6,6) nehme die globale Verantwortung kaum wahr, und Münchenbuchsee (1,5) engagiere sich weder in der Entwicklungszusammenarbeit noch beschaffe sie sozial nachhaltig.

«Wir müssen das anschauen», sagt Gemeindepräsident Waibel. Er erkennt aber im Rating auch problematische Punkte. «Wir haben gar nie Natursteine beschafft», nennt er ein Beispiel. «Deshalb haben wir dafür auch keine Standards.» Und den Kaffee kauften die Mitarbeitenden selber ein. «Da machen wir keine Vorschriften.»

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