Kästli hat nicht illegal Kies abgebaut

Rubigen

Die Baufirma Kästli hat mit der Kiesgrube keine Reglemente verletzt. Zu diesem Schluss kommt die Gemeinde nach einer dreijährigen Untersuchung.

Die Kiesgrube Kästli in Rubigen.

Die Kiesgrube Kästli in Rubigen.

(Bild: Andreas Blatter)

Johannes Reichen

Es ist eine gute Nachricht für Daniel Kästli, den Verwaltungsratsdelegierten der Kästli AG. Sein Unternehmen hat in Rubigen in den letzten Jahrzehnten nicht illegal Kies abgebaut. Zu diesem Schluss kommt eine baupolizeiliche Untersuchung der Gemeinde. Kästli hat das Ergebnis mit Freude zur Kenntnis genommen. «Es zeigt, dass wir sehr gewissenhaft vorgehen.» Überrascht sei er allerdings nicht.

Gute Nachrichten sind für ihn aber gerade selten. Die Kiesbranche im Kanton Bernsteht heftig in der Kritik, und er ist persönlich betroffen. Kästli ist auch Verwaltungsratspräsident der Kieswerke Aaretal (Kaga), welche im Zentrum von Kartellvorwürfen steht.

Keine Mängel erkannt

Der Fall in Rubigen ist vergleichsweise klein. Vor drei Jahren hatten Anwohner eine Anzeige gegen Kästli erstattet. Der wesentliche Vorwurf: Kästli habe Reglemente, darunter das Kiesgrubenreglement aus dem Jahr 1961, verletzt. Darin stand, dass der Abstand zwischen «Ausbeutungsgebiet» und Wohngebieten 200 Meter betragen müsse. Zudem dürfe jeweils nur ein kleiner Teil geöffnet sein, im Schnitt nicht mehr als 80 Aren. Das Reglement ist heute nicht mehr in Kraft, die Stimmbürger haben es letzten Herbst aufgehoben.

«Unsere Untersuchungen gingen bis in die 1950er-Jahre zurück, darum dauerten sie auch so lange», sagt Gemeindevizepräsident Hans Schweri (SP). Sämtliche Gesuche und Bewilligungen seit Beginn der Abbautätigkeit seien analysiert worden. Es wurden Lärmmessungen vorgenommen. Auch kantonale Stellen waren in die Untersuchung involviert, diese seien letztlich für die Bewilligungen zuständig.

Nun liegt die Verfügung vor. «Wir haben keine Mängel erkannt», sagt Schweri. Alle Reglemente seien eingehalten worden. Kästli erhält somit keine Busse. Die Verfügung ist noch nicht rechtskräftig und kann mit einer Beschwerde angefochten werden. Die Anwohner, welche die Anzeige erstattet haben, waren gestern nicht zu erreichen.

Zwei Beanstandungen

In zwei Punkten muss Kästli aber zusätzliche Abklärungen vornehmen. Aus Sicht von Gemeinderat Schweri handelt es sich um Kleinigkeiten: Zum einen hat offenbar eine Lärmquelle das zulässige Mass überschritten. Die Ursache sei noch unbekannt, es würden nun zusätzliche Messungen unternommen, sagt Kästli. Zum anderen wurde die Frist einer Baubewilligung überschritten. Auch diese Beanstandung nimmt Daniel Kästli gelassen hin. «Wir haben eine Fristverlängerung eingeholt, das ist ein ganz normaler Vorgang.»

Berner Zeitung

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