Keine Beiträge an den Sperlisacher

Rüfenacht

Die Initiative «Sperlisacher bleibt!» ist mit 57 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt worden. Das Kirchenzentrum erhält damit die 100'000 Franken nicht, welche die Gemeinde jährlich an die Betriebskosten zahlen sollte.

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Bleibt das Kirchenzentrum Sperlisacher in Rüfenacht erhalten, oder entsteht eine Wohnüberbauung? Diese Frage ist auch nach der gestrigen Abstimmung über die Initiative «Sperlisacher bleibt!» nicht vom Tisch. Bis zu 100000 Franken jährlich sollte die Einwohnergemeinde Worb laut Initianten an den Betrieb des Kirchgemeindehauses zahlen. Dies wurde gestern an der Urne mit 2054 Nein- zu 1529 Ja-Stimmen deutlich abgelehnt. Eine Mehrheit war offenbar gleicher Ansicht wie der Gemeinde- und der Kirchgemeinderat: dass der Zustupf der Gemeinde die Kosten für den 32-jährigen Sperlisacher nicht zu decken vermag.

«Ich bin enttäuscht», sagt Hans Ulrich Steiner vom Initiativkomitee. «Wir hatten gehofft, dass wir mit unserem Anliegen durchkommen.» Für die Ablehnung sieht Steiner drei Gründe: das Nein von Gemeinderat und Parlament, dass sich der Kirchgemeinderat nicht hinter die Initiative gestellt habe sowie die «Verunsicherung durch das Volkspostulat des Komitees ‹Zukunft für Rüfenacht›». Mit dem Postulat habe man der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut. Es fordere einzig eine Abklärung zur Zukunft des Sperlisacher.

«Kampf geht weiter»

Es sei eine Chance verpasst worden, so Steiner. Denn der Sperlisacher sei eine Kirche und habe zudem den «besten Saal in der Gemeinde». Der Kampf ums Kirchgemeindehaus gehe aber weiter, denn einem allfälligen Verkauf müsse die Kirchgemeindeversammlung zustimmen. «Wir setzen alle Hebel in Bewegung, damit es auf dem Sperlisacher weitergeht.»

Kirchgemeinderatspräsident Toni Stalder hatte ein knapperes Resultat erwartet, die Zahl der Nein-Stimmen habe ihn überrascht. Werten will Stalder den Urnengang nicht. Man habe sich aus der Diskussion eher herausgehalten. Durch die Ablehnung sei die Kirchgemeinde nicht stark betroffen. «Wir sagten immer, dass 100000 Franken nicht dafür reichen, den Sperlisacher weiter zu betreiben.» An seiner Strategie werde der Kirchgemeinderat festhalten, sagt Stalder. «Wir verfolgen unser Projekt weiter, Räume in der Überbauung Sonne zu erhalten.» Den Sperlisacher würde die Kirchgemeinde dann verkaufen.

Hans Ulrich Steiner ist überzeugt: Der Sperlisacher habe eine Zukunft, «aber es braucht Massnahmen». Die Kirchgemeinde müsse die Räume aktiver bewirtschaften und versuchen, mehr Anlässe durchzuführen. Ein Teil sollte zudem vermietet werden. Kirchenpräsident Toni Stalder sieht es anders: Mehr Anlässe würden auch mehr Kosten verursachen, sagt er. Nach Mietern werde gesucht, auch, weil die Tagesschule bald ausziehe. Die finanziellen Probleme rund um den Sperlisacher seien trotzdem nicht gelöst.

Für Gemeinde nicht kostenlos

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Markus Lädrach (FDP) ist froh, dass die Gemeinde nicht an den Sperlisacher bezahlen muss. «Vor allem, weil 100000 Franken nicht reichen.» Jetzt könne man über Alternativen diskutieren. «Es bleibt Zeit, der Sperlisacher wird ja nicht sofort verkauft.» Die Gemeinde müsse aber auch ohne Verpflichtung der Initiative Geld ausgeben: «Entweder beim Projekt Sonne oder für Investitionen in die Aula oder die Turnhalle in Rüfenacht.»

Das Resultat: Nein 2054 Stimmen (57,3 Prozent); Ja 1529 Stimmen (42,7 Prozent); Stimmbeteiligung: 47 Prozent

Berner Zeitung

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