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Keine kleinkarierten Kerle

Für ein neues Album lud Elton John sein verschollen geglaubtes Idol Leon Russell ein. «The Union» gefällt mit zeitlosem Sound.

Everybody’s Darling und graue Eminenz: Elton John (63) und Leon Russell (69) haben im Studio ihren gemeinsamen Nenner gefunden.
Everybody’s Darling und graue Eminenz: Elton John (63) und Leon Russell (69) haben im Studio ihren gemeinsamen Nenner gefunden.
zvg

«Während Jahren spielte ich in kleinen Lokalen für wenig Geld, ich war wieder ganz unten an der Leiter angelangt», sagt Leon Russell. «Dann rief Elton an und meinte, er werde das für mich richten.» Elton John und Leon Russell sind ein ungleiches Paar – auch wenn beide auf eine grosse musikalische Karriere zurückblicken können. Da ist der bebrillte «Captain Fantastic» mit der exklusiven Garderobe, der es mit seinem Pop’n’Roll in den USA zum Stadion-Act gebracht hat und sich sein Zuhause mit königlichen Hymnen wie «Candle in the Wind» warm hält. Und da ist der schlohweisse, bärtige Mann aus Oklahoma, früher selber ein Musiker von monarchischen Dimensionen, der mittlerweile 69 ist und zeitweise im Rollstuhl sitzt. Mit seiner geheimnis-vollen Aura hatte er einst die Musikszene in seinen Bann gezogen, zu seiner Klientel gehörten Joe Cocker, Bob Dylan und Eric Clapton – um nur die bekanntesten zu nennen. Doch Ende der Siebzigerjahre verschwand Leon Russell, dem viele den grossen Durchbruch vorausgesagt hatten, von der Bildfläche. Sein Privatleben war zerrüttet, die Kreativität vorerst versiegt, die Geldbörse leer: Russell war nicht für den Erfolg gemacht.

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