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Könizer Gemeinderat will keine Umfahrung

Die Spange Süd soll das Könizer Zentrum entlasten. Jetzt liegt dazu eine neue Machbarkeitsstudie vor. Für den Gemeinderat ist klar: Er will die neue Strasse nicht.

Mit der Umfahrung würde der Ortskern vom Verkehr entlastet.
Mit der Umfahrung würde der Ortskern vom Verkehr entlastet.
Google Maps/BZ Grafik
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Sie kommt in Könizer Verkehrsdiskussionen immer wieder aufs Tapet: die Idee einer Spange Süd. Gemeint ist damit eine neue Verbindung zwischen Köniz und dem Wangental, die das Könizer Zentrum entlasten und einen direkteren Zugang ins Wangental schaffen würde. Nun präsentiert der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie, die er diesen Frühling zur Spange in Auftrag gegeben hat. Und macht sogleich klar: Für ihn ist die Spange keine Lösung.

Die neue Strassenverbindung wäre teuer, würde viel Kulturland verbrauchen und das als Naherholungsgebiet definierte «grüne Band» stark beeinträchtigen, argumentiert der Gemeinderat. Zudem verschiebe sich damit das Problem in andere Ortsteile – vor allem nach Niederwangen und auf die Schwarzenburgstrasse in der oberen Gemeinde.

Nicht alle dürften diese Position des Gemeinderats teilen. Aus bürgerlichen Kreisen wurde nach dem Nein zum Tram in den letzten Wochen der Ruf wieder laut, ohne Scheuklappen auch eine Umfahrung des Könizer Zentrums zu prüfen.

Kein Teil der Auslegeordnung

«Natürlich wird es nun eine politische Diskussion geben», sagt die zuständige Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP). Für den Gemeinderat sei die Spange nicht Teil der Auslegeordnung, die er nun machen wolle, um nach dem Nein zum Tram neue Verkehrslösungen zu finden. «Vielleicht wird das Parlament dies anders sehen», so Sedlmayer.

«Wir haben die Studie erstellen lassen, weil wir mehr klare Fakten wollten.» Die Sympathien des Gemeinderats für eine solche Lösung waren schon gering, bevor die neue Studie auf dem Tisch lag.

Dämme wären nötig

Verfasst hat die Studie ein Berner Ingenieurbüro. Geprüft hat es vor allem eine neue Verbindung zwischen der Schwarzenburg- und der Landorfstrasse (rot auf der Grafik). Eine der Knacknüsse ist dabei die Bahnlinie. Um sie zu überqueren, werden drei Varianten skizziert – eine mit Bahnübergang, eine mit Unterführung sowie eine mit Brücke. «Keine der Varianten kann als unproblematisch eingestuft werden», so das Fazit in der Studie.

Dies vorab auch wegen der schwierigen topografischen Bedingungen. So wäre es nötig, für das Trassee der neuen Strasse je nach Variante bis zu 11 Meter hohe Dämme aufzuschütten. Dadurch werde die Landschaft zerschnitten und das Landschaftsbild beeinträchtigt, heisst es in der Studie. Zudem wäre trotz allem die Steigung der Strasse beträchtlich.

Sollte das Projekt weiterverfolgt werden, fänden die Studienverfasser die Variante mit Bahnunterführung am ehesten zu vertreten. Sie gehen davon aus, dass im Jahr 2030 rund 4500 bis 5500 Fahrzeuge diese Strasse von Köniz ins Wangental nutzen würden und das Könizer Zentrum dabei durchaus entlastet würde. 6,5 bis 7,5 Hektaren Land würden für die Strasse gebraucht. Je nach Variante werden die Kosten grob auf 8 bis 17,3 Millionen Franken veranschlagt. Als längere Variante ist am Rande auch eine Spange bis nach Schliern (Grafik gelb) Thema in der Studie. «Sie würde noch weit mehr Probleme mit sich bringen», ist Sedlmayer überzeugt. «Es wäre unglaubwürdig, wenn der Gemeinderat eine solche Umfahrung unterstützen würde», findet sie. Auch längst nicht alle Tramgegner dürften dies tun. So dürfte das Strassenprojekt die Kulturlandschützer ebenso auf den Plan rufen, wie das Tramprojekt es tat.

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