Brönnimann wird neuer Mister Spez-Sek

Köniz

Nach dem Rückzug von Hans-Peter Kohler regelt der Könizer Gemeinderat die Zuständigkeit fürs heikle Dossier.

Das Spez-Sek-Dossier in Köniz geht an Thomas Brönnimann (GLP) über.

Das Spez-Sek-Dossier in Köniz geht an Thomas Brönnimann (GLP) über.

(Bild: Raphael Moser)

Stephan Künzi

Die Ankündigung kam einem Paukenschlag gleich. Bei diesem Dossier nehme er sich nun mal die Freiheit, in den Ausstand zu treten, kündigte der zuständige FDP-Gemeinderat Hans-Peter Kohler im Juni vor dem Könizer Parlament an.

Was war geschehen? Ausgiebig hatten die Politikerinnen und Politiker über einen von Links-Grün und der Mitte getragenen Vorstoss debattiert, der auf eine Stärkung der gymnasialen Vorbereitung abzielt und gleichzeitig die separaten Spez-Sek-Klassen am Gymnasium Lerbermatt schliessen will.

Bereits zeichnete sich ab, dass das Anliegen eine Mehrheit gewinnen würde – sehr zu Kohlers Missfallen: Als Politiker, der für diese Klassen kämpft und deshalb Mister Spez-Sek genannt wird, wollte er das Angebot nicht abschaffen müssen.

Mit seiner Anküdigung überraschte Kohler selbst die Kollegen im Gemeinderat. Als das Parlament den Vorstoss tatsächlich annahm und er den Worten Taten folgen liess, stand das Gremium vor der Frage: Wer würde nun das Dossier Spez-Sek übernehmen?

Fast zwei Monate später folgt nun in einem Communiqué die Klärung: Das Dossier Spez-Sek wird aus der Bildungs- und Sozialdirektion herausgebrochen und an Kollege Thomas Brönnimann (GLP) übertragen. An ihm ist es nun, den Vorstoss wie beschlossen umzusetzen.

Viel mehr ist zurzeit nicht zu erfahren. Offen bleibt insbe­sondere die Frage, warum an­stelle von Brönnimann nicht Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP) das Dossier übernommen hat. Immerhin amtet sie in Kohlers Direktion offiziell als Stellvertreterin.

Im Wahlkampf vor zwei Jahren outete sich Berlinger als Gegnerin der Spez-Sek-Klassen in der Lerbermatt, Brönnimann dagegen liess offen, wie er sich zu diesem Thema positioniert. In der Mehrheit steht der heutige Gemeinderat zu den umstrittenen Klassen: Er empfahl den Vorstoss zur Ablehnung.

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