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Kollektiv «Osterhase» kritisiert Polizeieinsatz

Die Durchsuchung des besetzten Hauses in Ostermundigen, die am Mittwoch von der Kantonspolizei Bern durchgeführt wurde, wird vom Kollektiv kritisiert.

Die Famile Osterhase darf etwas länger im besetzten Haus an der Bernstrasse in Ostermundigen bleiben.
Die Famile Osterhase darf etwas länger im besetzten Haus an der Bernstrasse in Ostermundigen bleiben.
Markus Zahno
Bis am 12. April war die ursprüngliche Frist für den Auszug.
Bis am 12. April war die ursprüngliche Frist für den Auszug.
Claudia Salzmann
Später soll das Gebäude abgerissen werden und einem grossen Neubau weichen.
Später soll das Gebäude abgerissen werden und einem grossen Neubau weichen.
Claudia Salzmann
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Im Haus in Ostermundigen, das seit vergangener Woche vom Wohn- und Kunstkollektiv «Familie Osterhase» besetzt ist, fand am Mittwoch eine Razzia statt. Der Einsatz sei laut Aussagen des Kollektivs gegenüber dem «Bund» nicht friedlich abgelaufen: Die Polizei sei mit gezogenen Dienstwaffen in das Haus eingedrungen. Bei einer Hausdurchsuchung müsse laut Schweizerischer Strafprozessordnung ein Hausdurchsuchungsbefehl vorgelegt werden. Das sei laut den Bewohnern nicht passiert, wie «Bund» weiter berichtet.

Die Polizisten hätten den Bewohnern Augenbinden umgebunden und Handschellen angelegt. Die Razzia sei ein Teil der Ermittlungen gegen die Täterschaft des Angriffes auf die Polizeiwache und das Amtshaus vom 21. Februar war. Für diese Aktion vom Februar zeige das Kollektiv kein Verständnis. «Wir als Gruppe distanzieren uns klar davon und den damit verbundenen Personen», erklärten sie gegenüber «Bund».

Bei der Razzia im besetzten Haus in Ostermundigen kam es zu Sachschaden, wie die Bewohner später feststellten. Türen und Fenster seien eingeschlagen, die Stromzufuhr manipuliert und die Sicherungen «ohne ersichtlichen Grund» mitgenommen worden.

Ob nun rechtliche Schritte gegen die Polizeiaktion eingeleitet werden, werde im Kollektiv besprochen. Eines sei sicher: «Wir werden nicht für den entstandenen Schaden, den die Polizei verursacht hat, aufkommen.»

Die Polizei gibt sich bei der Aktion bedeckt: «Um das Verfahren nicht zu gefährden, können zu den vorliegenden Informationen keine weiterführenden Auskünfte gegeben werden», sagte Corinne Müller, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, gegenüber «Bund». Im Rahmen des Strafverfahrens wurde an der Bernstrasse 29a niemand festgenommen. Welche Erkenntnisse aus der Hausdurchsuchung herausgehen, müsse abgeklärt werden. Aus polizeilicher Sicht sei der Einsatz «ruhig und ohne Probleme» verlaufen.

Die Polizei widerspricht der Aussage des Kollektivs, dass sämtliche Bewohner in Handschellen gelegt wurden und Augenbinden umgebunden bekommen hätten. Dies sei nicht bei allen Personen geschehen, so Müller. Mit dieser Massnahme habe man verhindern wollen, dass die Durchsuchung gefährdet werde.

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