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Kommentar: Die Ziele sind solid, vertraut und gut

Die Legislaturziele 2013 bis 2016 bringen auf den Punkt, was sich eine Mehrheit der Stadtbernerinnen und Stadtberner wünscht. Dieser dürfte die Stossrichtung der Legislaturziele gefallen.

Einen Vorwurf könnte man der Stadtregierung machen: Die Legislaturziele, die sie sich selber gesetzt hat, bieten weder Visionen noch bahnbrechende Elemente. Einen grossen Wurf sucht man unter den 26 Massnahmen vergebens. Dafür könnte man den Gemeinderat nach allen Regeln der Kommentarkunst tadeln. Von fehlendem Mut könnte man schreiben – und gleich im nächsten Satz betonen, dass im gemeinderätlichen Wunschkatalog neue Ziele fast gänzlich fehlen. Das gleiche Menü wurde bereits vor vier Jahren aufgetischt.

Diese Analyse würde zutreffen. Doch es wäre falsch, sie als Kritik zu kleiden. Denn die Legislaturziele 2013 bis 2016 bringen auf den Punkt, was sich eine Mehrheit der Stadtbernerinnen und Stadtberner wünscht. Dieser dürfte die Stossrichtung der Legislaturziele gefallen. Denn die meisten Bernerinnen und Berner fahren gerne im Tram oder mit dem Velo. Nur wenige wollen anstelle der Reitschule ein Parkhaus auf der Schützenmatte. Im Gegenteil, Berns Jugend fordert mehr Nachtleben und Freiräume. Die Regierung steigt darauf ein.

Mit einem deutlichen Resultat hat das Stimmvolk vor gut sieben Monaten die rot-grüne Politik bestärkt. Genau diese Politik setzt der Gemeinderat mit realistischen Legislaturzielen um. Das ist gut so. Denn wenn in vier Jahren in Bern tatsächlich mehr Wohnungen vorhanden sind und immer mehr Leute im ÖV sitzen können, trauert niemand den nie geträumten Visionen nach. Solange es in der Hauptstadt gute Jobs sowie intakte Bildungs- und Sozialwerke gibt, solange die älteren Semester nach Feierabend durch grüne Parks (die jüngeren durch Discos) flanieren können, bleibt das Jammern über Luxusprobleme eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung. Apropos Luxusprobleme: Falls es auch mit der 50-Meter-Schwimmhalle klappt, wäre ein weiteres davon aus der Welt geschafft.

Mail: tobias.habegger@bernerzeitung.ch

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