Zum Hauptinhalt springen

Küche neu – Personal raus: Unia kritisiert die Senevita AG

Gemäss der Unia nahm die Senevita AG eine Küchenrenovation in der Altersresidenz Westside zum Anlass, dem ganzen Bistro-Team zu kündigen. Die Vorwürfe stossen bei der Senevita AG auf Unverständnis.

Das Bistro-Team forderte zusammen mit der Unia mehr Respekt.
Das Bistro-Team forderte zusammen mit der Unia mehr Respekt.
zvg

Die Senevita AG steht erneut in der Kritik. Nachdem eine ehemalige Angestellte des Heims Panorama im Holenacker klagte, dass ihr nur gekündigt worden sei, weil sie intern Missstände kritisiert habe, ist dieses Mal das Alterswohnheim im Berner Westside-Areal betroffen.

Wie die Gewerkschaft Unia am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt, hat die Senevita AG mit Sitz in Wabern im Zuge eines Küchenumbaus dem siebenköpfigen Bistro–Team auf Ende Februar 2012 gekündigt. In einem Brief an die Geschäftsleitung hätten die betroffenen Angestellten anschliessend um eine Stellungnahme und eine offene Information der Bewohner des Alterswohnheims gebeten, eine Antwort sei jedoch nicht eingetroffen.

Antwortschreiben nachgeliefert

Das Bistro-Team habe darum die Angelegenheit am Donnerstag selbst in die Hand genommen und zusammen mit der Unia im Restaurant der Altersresidenz Westside eine öffentliche Informationsveranstaltung durchgeführt.

Den Mitarbeiterinnen sei es gar nicht darum gegangen, ihre Arbeitsstelle zurückzu-erhalten, betonte Muriel Zürcher von der Unia gegenüber Bernerzeitung.ch. «Das Bistro-Team hat das Vertrauen in die Arbeitgeber verloren, wollte aber eine Erklärung für das respektlose Vorgehen der Senevita AG.» Die entlassenen Mitarbeiter hätte interessiert, wieso mit ihnen nicht das Gespräch gesucht worden sei oder man ihnen ein neues Stellenangebot gemacht habe, so die Gewerkschafterin weiter.

Werner Müller, Geschäftsführer der Senevita AG, widerspricht dieser Darstellung allerdings vehement: «Jeder Mitarbeiter des Bistro-Teams hatte die Möglichkeit, sich für das neue Küchenteam zu bewerben». Dies sei auch so kommuniziert worden.

Man wolle per nächsten Frühling die Qualität des Essens verbessern, entsprechend hätten sich auch die Anforderungen an das Personal geändert, so Müller weiter.

Unia fordert Gesamtarbeitsvertrag

Gemäss der Gewerkschaft zeigten sich die Bewohner enttäuscht über das Vorgehen der Geschäftsleitung und bedankten sich beim Bistro-Personal für die Arbeit. Anlässlich des Informationsanlasses trat schliesslich auch das verantwortliche Management auf und entschuldigte sich für das Vorgehen. Nach der Veranstaltung überreichte die Senevita den Betroffenen zudem ein – auf den 1. Dezember datiertes – Antwortschreiben.

Geschäftsführer Müller sagt dazu gegenüber der Berner Zeitung, dass das Antwortschreiben tatsächlich am 1. Dezember verschickt worden sei, allerdings nicht als Einschreiben. Dass die Unia das Vorgehen der Senevita als «respektlos» bezeichnet, ist für Senevita-CEO Müller «nicht nachvollziehbar». Nächste Woche trifft man sich zu Gesprächen.

Die Gewerkschaft ist ihrerseits der Meinung, dass es bei der Senevita AG einen «Gesamtarbeitsvertrag brauche, der anständige und faire Arbeitsbedingungen garantiert».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch