Kultur: Berner Stadtrat genehmigt Leistungsverträge

Bern

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstag Kredite für 16 Kulturinstitutionen genehmigt. Über Leistungsverträge mit der Reitschule befindet das Stadtparlament erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Kann weiterhin auf die finanzielle Unterstützung zählen: die Camerata Bern, hier bei einer Probe zu «L'Orfeo» im Stadttheater.

Kann weiterhin auf die finanzielle Unterstützung zählen: die Camerata Bern, hier bei einer Probe zu «L'Orfeo» im Stadttheater.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Stadt Bern soll auch in den nächsten vier Jahren mehrere Kulturinstitutionen finanziell unterstützen. Das Stadtparlament hat am Donnerstag Ja gesagt zu Krediten für vorerst 16 Institutionen. Drei dieser Leistungsverträge kommen vors Volk.

Dabei handelt es sich um die erneuerten Vierjahresverträge mit Konzert Theater Bern, dem Historischen Museum und den Kornhausbibliotheken. Die drei Institutionen sollen 2016 bis 2019 von der Stadt jährlich ingesamt 22,9 Millionen Franken erhalten. Nach dem Stadtrats-Ja sind am 14. Juni die Stadtberner Stimmberechtigten am Zug.

Auch die anderen Kredite, die zum Teil dem fakultativen Referendum unterliegen, fanden im Rat Zustimmung. Sie betreffen - unter anderen - das Kornhausforum, Camerata Bern, das Theater an der Effingerstrasse und das neue Cinéville im Kino Rex. Zusätzlich sprach der Rat einen Beitrag an Kooperationsprojekte zwischen der Dampfzentrale und dem Schlachthaus-Theater.

Noch ohne Reitschule

Insgesamt will die Stadt in der neuen Periode 21 Kulturinstitutionen subventionieren und dafür jährlich 30,3 Millionen Franken ausgeben. In dieser Summe sind auch Leistungsverträge mit der Reitschule und der Trägerschaft der Grossen Halle enthalten, doch darüber wird das Stadtparlament erst zu einem späteren Zeitpunkt befinden.

Derzeit laufen zusätzliche Abklärungen rund um die Besuchersicherheit im alternativen Jugend- und Kulturzentrum. Über drei weitere Kulturkredite konnte die Stadtregierung in eigener Kompetenz befinden.

Gemeinsame Finanzierung

An neun Kulturhäuser auf Stadtboden zahlen auch der Kanton Bern und die Regionsgemeinden einen Beitrag, 12 finanziert die Stadt allein. Im Gegenzug zahlt die Stadt Bern an Institutionen der Region, darunter die Mühle Hunziken in Rubigen. So will es das neue Kulturförderungsgesetz, das 2014 in Kraft trat und die Karten im Hinblick auf die kommende Subventionsperiode neu mischte. Für das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee wiederum kommt seit Anfang 2014 ausschliesslich der Kanton auf.

Unter dem Strich wird die Stadt mit dem neuen Regime bei den Kulturgeldern entlastet. Ein Teil dieser Entlastung - 1,4 Millionen Franken - fliesst nun in die städtische Kultur zurück: Zehn Institutionen erhalten höhere Subventionen. Anträge der BDP/CVP-Fraktion, auf diese Aufstockungen aus Spargründen zu verzichten, lehnte der Stadtrat ab. Er nahm im Gegenteil noch eine weitere, leichte Erhöhung bei der Konzertorganisatorin «BeeFlat» vor.

Kritik an Subventionserhöhungen

Die rot-grüne Stadtratsmehrheit lobte das frisch geschnürte Kulturpaket, weil es die Gelder angemessen auf grössere Institutionen und kleinere Veranstaltungsorte verteile. Mit direkten Fördergeldern werde zusätzlich die freie Szene berücksichtigt.

Bürgerliche Fraktionen hingegen kritisierten, die rot-grüne Mehrheit schütte die Kulturgelder nach dem Giesskannenprinzip aus. Die Stadt habe kein Geld für Subventionserhöhungen. Die SVP stimmte teils gegen die Kredite, die FDP enthielt sich konsequent der Stimme.

«Wir fallen nicht gerade in Konkurs, nur weil wir ein wenig mehr für die Kultur ausgeben», versicherte Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Mit den Leistungsverträgen lege die Stadt «ein Bekenntnis zur Kultur» ab.

jam/sda

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