Kunstblut und «Leichen» vor dem Bundeshaus

Bern

Am Donnerstagmorgen versammelte sich eine Gruppe von Klimaaktivisten auf dem Berner Bundesplatz. Sie wollten die Parlamentarier im Bundeshaus auf die Problematik des Klimawandels aufmerksam machen. Die Kantonspolizei Bern stand im Einsatz.

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So früh am Morgen kommt es in Bern selten zu Kundgebungen: Bereits um 7.30 Uhr versammelte sich eine Gruppe von mehreren Dutzend Klimaaktivisten auf dem Berner Bundesplatz. Aufgerufen zur unbewilligten Demo hatte die radikale Aktivistengruppe «Extinction Rebellion Switzerland», Ziel des Anlasses war es, Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf den dringenden Handlungsbedarf beim Klimaschutz aufmerksam zu machen.

Eigentlich wäre geplant gewesen, vor dem Bundeshaus Kunstblut zu vergiessen. Dies gelang den Aktivisten aber nicht: Sie verschütteten lediglich einige Eimer Kunstblut auf dem Bärenplatz, ehe die Kantonspolizei Bern das übriggebliebene Kunstblut konfiszierte.

Kampf um das Kunstblut: So demonstrierte «Extinction Rebellion» am Donnerstagmorgen in Bern. Video: Keystone-sda

Die Polizei, die vom Parlament den Auftrag erhalten hatte, den Zutritt zum Bundeshaus zu gewährleisten, musste nicht eingreifen, riegelte den Haupteingang aber bereits im Vorfeld mit Gittern ab, so dass dieser für die Aktivisten unerreichbar blieb, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte. Während des Protests markierte die Kapo dann mit einem gut sichtbaren Dispositiv Präsenz.

Die Protestaktion verlief friedlich, mehrere Demonstranten legten sich auf den Boden, um so das mit dem Klimawandel zusammenhängende Massensterben zu symbolisieren. Ausserdem wurden einige kurze Reden gehalten. Derzeit findet im Bundeshaus die Sommersession statt.

Im Anschluss an die Aktion auf dem Bundesplatz zog die Aktivistengruppe auf den Bahnhofplatz weiter. Dort legten sich mehrere Protestierende auf den Fussgängerstreifen. Sie wurden von Polizisten von der Strasse gezerrt. Danach hat sich die Kundgebung aufgelöst.

Später legten sich Aktivisten auf den Fussgängerstreifen am Bahnhofplatz. Sie wurden von Polizisten weggezerrt. Video: Quentin Schlapbach

Parlamentarier im Voraus informiert

Offenbar hatte die Kantonspolizei Bern die Parlamentarier am Mittwochabend in einer E-Mail über die geplante Kundgebung informiert und dazu geraten, am Donnerstagmorgen einen Nebeneingang ins Bundeshaus zu benützen. Einige Nationalräte – darunter Roger Köppel (SVP) und Christian Wasserfallen (FDP) hatten daraufhin ihrem Ärger darüber via Twitter Luft gemacht.

chh

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