Kunsthandwerk der feinen Art

An der Ausstellung z-art in der Elfenau zeigen 40 Designerinnen und Designer aus der ganzen Schweiz ihre Produkte: Möbel, Schmuck und Gebrauchskunst.

«Alles Edle ist einfacher Art»: Möbeldesigner Simon Gneist auf einem seiner Holzstühle.

«Alles Edle ist einfacher Art»: Möbeldesigner Simon Gneist auf einem seiner Holzstühle.

(Bild: Christian Pfander)

Simon Gneist (50) aus Burgdorf ist gelernter Bootsbauer. Vor Jahren hat er umdisponiert. Er macht heute Möbel aus Holz. Gneist ist einer von 40 Ausstellern, die an der z-art ihre Erzeugnisse präsentieren. Die z-art hatte ihre Premiere 1999 in Aarberg, sie wird seither im Turnus von zwei bis drei Jahren an unterschiedlichen Orten im Kanton Bern durchgeführt, dieses Jahr in den Gewächshäusern von Stadtgrün Bern in der Elfenau.

Möbeldesigner und -schreiner Simon Gneist ist seit 2002 an der z-art dabei.Seine Kollektion ist klein, aber fein. «Ich verwende ausschliesslich einheimische Hölzer wie etwa Nussbaum, Kirschbaum oder Eiche», sagt Gneist.

Kein Schnickschnack

Und er weiss von jedem Stuhl, von jedem Tisch und jedem Sideboard (alles Massivholz), wo der Baum als Rohprodukt gestanden hat. Sein Leitspruch «alles Edle ist einfacher Art» manifestiert sich bei allen seinen Möbelstücken. Schnickschnack gehört nicht zu seiner Formensprache. Die reine Handarbeit des Alleinunternehmers hat seinen Preis.

«Ich arbeite ewig an einem Stück, deshalb ist es so teuer.»Simon Gneist, Möbeldesigner 

Ein schlankes Möbel aus Nussbaum mit über zehn unterschiedlich grossen Schubladen kostet 10200 Franken. Auf die Frage, wie lange er an einem solchen Stück arbeite, meint er: «Ewig, deshalb ist es so teuer.» Aber, meint er, es gäbe Leute, die mehr verdienen würden als er.

«Ich will nicht möglichst viel produzieren und verdienen», hält er fest, mit seinen Möbeln wolle er vielmehr zur Schönheit des Alltags beitragen. «Eine Kundin hat mir mal gesagt, sie habe zehn Jahre für einen Tisch gespart, sie wolle etwas für das ganze Leben. So etwas freut mich natürlich sehr.»

Kein Messecharakter

«Uns ist wichtig, dass die z-art keinen Messecharakter hat, sondern dass jede einzelne Ausstellerin und jeder Aussteller noch Gewicht hat», sagt die Berner Goldschmiedin Claudia Neuburger. Sie ist Mitglied des sechsköpfigen Organisationskomitees und gleichzeitig Ausstellerin. «Wer an der z-art ausstellen möchte, kann sich bei uns bewerben.» Es würden ab und zu Designer aussteigen, neue kämen hinzu. Mehr als 40 aber sollten es nicht werden.

Jede Ausstellung habe zudem ihren eigenen Charakter, dies insbesondere deshalb, weil die Organisatoren auch auf eine spezielle Location Wert legen. Claudia Neuburger findet auch «die Verschmelzung der unterschiedlichen Themen an der z-art interessant». Dies zeigt sich auch innerhalb des Themas Möbel.

Während Simon Gneist Objekte aus reinem Holz präsentiert, lässt sich der Könizer Möbelmacher Peter Fauser bei Tischen und Stühlen vom Metallflugzeugbau der Pionierzeit inspirieren – während der Basler Rainer Kyburz Möbel mit ausgedienten Materialen entwirft.

Auch wer sich für Textiles, Mode, Schmuck und Keramik interessiert, kommt an der z-art nicht zu kurz. Es ist übrigens auch möglich, gewisse Objekte direkt vor Ort zu kaufen.

Simon Gneists Möbel dauern etwas länger.

z-art bei Stadtgrün Bern Elfenau: Sa 10 bis 21 Uhr; So 11 bis 17 Uhr. Eintritt 10 Franken, Kinder bis 16 Jahre gratis.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt