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Laupen soll «gemeinsames Stadtgefühl» entwickeln

Wie erhält man ein Städtchen lebendig? Der Altstadtleist Laupen hat einen Experten eingeladen, um die Frage zu klären.

In der Laupener Altstadt geht die Angst um. Schon heute kämpfen die Detaillisten im historischen Ortskern ums Überleben. Doch Coop will im leerstehenden «Poly»-Fabrikareal einige hundert Meter ausserhalb des historischen Zentrums ein Geschäftszentrum bauen. Erfahrungsgemäss würde der Detailhandelsriese weitere Geschäfte anziehen – und zwar aus den selben Branchen, welche bereits in Laupen vertreten sind.

«Ich befürchte, das Stedtli könnte zum Museum werden», sagte Altstadtleist-Präsident Ulrich Luz zu den weit über hundert Interessierten, welche am Dienstag Abend in den Bären-Saal gekommen sind. Die Angst ist begründet: In den meisten kleineren und mittleren Altstädten der Schweiz schliessen die Läden reihenweise. Zurück bleiben bestenfalls Wohnhäuser, oft aber auch der Zerfall.

Strategien gegen Zerfall

Zur Diskussionsrunde mit mehreren Gemeinderäten und Altstadtbewohnerinnen hatte der Altstadtleist auch Urs Brülisauer eingeladen. Der Architekt beobachtet seit langem die Situation in Schweizer Altstädten und entwirft Strategien gegen den Zerfall. Aufzuhalten sei der Trend, dass Läden in den Zentren schliessen müssen, kaum. «Es werden auf Teufel komm raus Einkaufszentren gebaut, obwohl es längst genug hat», sagte Brülisauer. Möglich mache dies die Mobilität der Bevölkerung und die Raumplanung. Denn nach wie vor werde munter Land auf der grünen Wiese eingezont, ohne dass dafür ein Bedarf nachgewiesen werden müsste.

Für Altstädte wie in Laupen bedeutet dies, sich auf Veränderungen einzustellen. Die Zeiten, in denen selbst in kleineren Orten mehrere Bäcker und Metzger ihr Auskommen hatten, sind vorbei. Gegensteuer zu geben sei für eine kleine Gemeinde schwierig, sagt Brülisauer, denn das Problem sei nicht hausgemacht. Statt verzweifelt zu versuchen, Läden ins Städtchen zu bringen, riet Brülisauer den Laupenern, auf das Wohnen zu setzen. Wohnen in Altstadthäusern sei in, vorausgesetzt, die Wohnungen böten einen gewissen Standard. «Und das ist keine Theorie, sondern ein Konzept das funktioniert», sagte Brülisauer, der mehrere entsprechende Projekte geleitet hat.

Keine Einzelkämpfer

Soll dieses Konzept allerdings Früchte tragen, müssten die Hausbesitzer an einem Strick ziehen, mahnte Brülisauer. «Es ist vorbei mit dem Einzelkämpfertum, Sie müssen ein gemeinsames Stadtgefühl entwickeln.» Nur wenn sich die Hausbesitzer zusammentäten und offen kommunizierten, könnten Fehlinvestitionen vermieden werden.

In der Diskussion riefen mehrere Redner ihre Mitbürger zur Selbstverantwortung auf. Solle das Angebot erhalten bleiben, müssten sich eben die Leute auch entsprechend verhalten und ihre Einkäufe in Laupen erledigen.

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