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Lausanner Kompetenzzentrum zieht nicht nach Bern um

Die Berner Regierung hätte es gern gesehen, wenn das Lausanner Institut für Öffentliche Verwaltung nach Bern gezogen wäre. Aber das Kompetenzzentrum hat sich aus der bernischen Legislaturwunschliste selbst gestrichen.

Nicht in Bern, sondern in Lausanne wird gebaut.
Nicht in Bern, sondern in Lausanne wird gebaut.
Alain Herzog/zvg

«Die Stadt unterstützt das Lausanner Institut de hautes études en administration publique (Idheap) in seinen Plänen, sich in Bern zu etablieren.» So steht es in den «Legislaturrichtlinien 2009 2012» des Berner Gemeinderates geschrieben. Diese Absicht sorgt für Verwirrung, zumindest in der Chefetage der Universität Bern. «Wir sind erstaunt und nicht sehr erbaut», sagt Rektor Urs Würgler. Wenn das Institut für Öffentliche Verwaltung (wie das Idheap zu Deutsch heisst) nämlich nach Bern komme, sei das klar eine Konkurrenz für die Universität Bern. «Ich bin zudem nie informiert und nie kontaktiert worden», sagt Würgler. Und er ärgert sich: «Im Gegensatz zum Lausanner Institut steht über die Universität Bern in der Strategie des Gemeinderates kein Wort.»

Das Institut zügelt nicht

Und wann gedenkt das Idheap von Lausanne nach Bern zu ziehen und sich hier zu etablieren? Die Präsidentin des Lausanner Hochschulinstituts, Alt-Nationalrätin Barbara Haering (SP), sagt: «Wir wollen gar nicht nach Bern zügeln, das muss ein Missverständnis sein.» Vielmehr baue man derzeit in Lausanne ein grösseres Gebäude für das Institut, das man im Juni nächsten Jahres beziehen werde. Haering: «Wir möchten lediglich unser Netzwerk mit dem Kompetenzzentrum für Publicmanagement (KPM) der Uni Bern intensivieren.» Diese Koordination im Hochschulbereich sei nichts Neues und Schwerpunktprogramm der Schweizerischen Hochschulkonferenz, sagt Barbara Haering. Um diesen Austausch zu pflegen, brauche man in Bern kein Büro zu eröffnen.

Am 1981 gegründeten Idheap sind rund 500 Studierende immatrikuliert. Der wichtigste Auftrag ist die Nachdiplomausbildung für Personen, die bereits im öffentlichen Dienst tätig sind oder entsprechende Berufe anstreben.

«Hätte nach Bern gepasst»

Stadtpräsident Alexander Tschäppät erklärt, weshalb es das Lausanner Institut ohne Zügelambitionen trotzdem in die bernische Legislaturrichtlinien-Wunschliste geschafft hat: «Wir wollten grundsätzlich unser Interesse am Institut markieren», sagt er. Im Vorfeld hätten Gespräche stattgefunden. Es sei unter anderem darum gegangen, dass eine «Filiale» des Lausanner Instituts gut nach Bern passen würde. Tschäppät: «Ich habe nie gesagt, dass sie nach Bern kommen, wir wollten ihnen einfach ein Angebot machen.» Wenn sich das Idheap nun für den alleinigen Standort Lausanne entschieden habe, müsse man dies akzeptieren. Mit der Universität Bern und dem KPM habe man ja in Bern bereits ein Kompetenzzentrum punkto Publicmanagement.

Und auf die Kritik des Uni-Rektors Urs Würgler, man hätte mit dem Lausanner Institut in Bern die Uni konkurrenziert, meint Stadtpräsident Tschäppät: «Wenn man die Kompetenz verstärkt, ist das keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung.»

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