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Manor zieht in die Marktgasse

Die Warenhauskette Manor ist nach vielen Jahren erfolgloser Suche in Bern fündig geworden. Sie wird in die ehemalige Oviesse-Filiale an der Marktgasse ziehen.

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An der Marktgasse 10, wo einst Vögele und später OVS ihren Standort hatten, soll die neue Filiale einziehen.
An der Marktgasse 10, wo einst Vögele und später OVS ihren Standort hatten, soll die neue Filiale einziehen.
Susanne Keller

In der Stadt Bern erlebte die ­Warenhauskette Manor viele Rückschläge. Während Jahren suchten die Manor-Manager nach einer geeigneten Fläche für eine Filiale. Immer erfolglos. Meist waren ihnen die angebotenen Flächen zu klein oder zu wenig gut gelegen. Doch nun ist Manor fündig geworden, wie aus einem Baugesuch hervorgeht und «Bund online»berichtete.

«Bern war bisher ein weisser Fleck für Manor. Wir haben es als Manko empfunden, in der Hauptstadt nicht präsent zu sein.»

Manor-Sprecher Georg Halter

Die Warenhauskette zieht in das fünfstöckige Geschäftshaus an der Marktgasse 10. Dort betrieb das Modehaus Vögele während Jahren eine Filiale. Danach gab es ein Intermezzo der Mode­kette Oviesse. Doch im Mai gaben die Italiener den Rückzug aus der Schweiz bekannt.

Weisser Fleck verschwindet

Bei Manor ist die Freude über diesen Schritt gross: «Bern war bisher ein weisser Fleck für Manor. Wir haben es als Manko empfunden, in der Hauptstadt nicht präsent zu sein. Diesen Mangel können wir hoffentlich nun beheben», sagt Manor-Sprecher Georg Halter.

Im Kanton Bern ist Manor derzeit in Biel, Thun und im Shoppyland in Schönbühl präsent. Manor betreibt in der Schweiz über 60 Filialen. Die letzte Neueröffnung war im September 2016 in Bachenbülach.

70 neue Stellen

Das Geschäftshaus an der Marktgasse, in welches Manor einziehen will, gehört der Zunftgesellschaft zu Schmieden. «Es ist ein hervorragend gelegener Standort», freut sich Halter. Der Mietvertrag ist am Freitag unterzeichnet worden.

Dem Baugesuch ist zu entnehmen, dass Manor den fünften Stock in ein Restaurant umnutzen will. Die restlichen Stockwerke mit einer Fläche von 4500 Quadratmetern will Manor künftig als Detailhandelsfläche nutzen. Laufen die Bewilligungsverfahren ohne Einsprachen ab, möchte die Gruppe die Filiale ­bereits im nächsten Frühling eröffnen.

«Schritt in die Zukunft»

Manor kämpft wie alle anderen Warenhäuser gegen sinkende Umsätze. Die Konkurrenz von Internethändlern wie Zalando und Amazon bereitet den Managern der Warenhäuser arg Kopfzerbrechen. Wie stark der Rückgang ist, darüber schweigt Manor. Das Familienunternehmen veröffentlicht ­keine Zahlen.

Bekannt ist dagegen, dass Manor seit August 2017 ein Sparprogramm durchzieht. 200 Stellen sollen dabei in der Zentrale abgebaut werden. Die Gruppe beschäftigt 10000 Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund ist die zusätzliche Filiale in Bern ein hochwillkommener Umsatzbringer. «Das ist für Manor ein wichtiger Schritt in die Zukunft», betont Sprecher Georg Halter.

Eine Konkurrenz für Loeb

Besonders aufmerksam dürfte man den Markteintritt von ­Manor bei Loeb verfolgen. Auch beim Berner Platzhirsch glaubt die Firmenspitze ans Kerngeschäft. Loeb erneuert derzeit das Stammhaus für 20 Millionen Franken. Die erste Etappe des Umbaus wurde kürzlich abgeschlossen.

Die Besitzerfamilien Maus-Nordmann von Manor und Loeb des gleichnamigen Warenhauses ­stehen seit vielen Jahren in Kontakt. In den goldenen ­Jahren des Detailhandels hätte die Manor-Spitze Loeb am liebsten übernommen. Doch die entsprechenden Avancen prallten bei der Familie Loeb ­immer wieder ab.

Neben Loeb sind Globus und Coop City mit Warenhäusern in Bern präsent. Vor allem die Migros-Tochter Globus leidet unter sinkenden Umsätzen. Globus hat im vergangenen Jahr trotz dieser Entwicklung die Verkaufsfläche gar ausgeweitet. Dies, weil die Migros-Gruppe das Modehaus Schild aufgab und in Globus-Filialen umfunktionierte.

Mit dem Markteintritt von Manor wird aus dem Dreikampf der Stadtberner Warenhäuser ein Vierkampf. Doch Branchenkenner sind sich einig: Die grösste Konkurrenz für die Warenhäuser kommt aus dem Internet.

(SDA)

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