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Media Markt macht auf – Nebengeräusche erwartet

Am Donnerstag eröffnet Mediamarkt die neue Filiale in der ehemaligen Markthalle in Bern. Der Widerstand ist bereits formiert.

Chaotische Eröffnung: Als im März 2015 die neue Media-Markt-Filiale im Gebäude der ehemaligen Markthalle eröffnet wurde, kams zu wilden Protesten.
Chaotische Eröffnung: Als im März 2015 die neue Media-Markt-Filiale im Gebäude der ehemaligen Markthalle eröffnet wurde, kams zu wilden Protesten.
Martin Bürki
Die Demonstrationen am Eröffnungsabend (26.3.2015) musste mit einem Grossauf­gebot der Polizei beendet werden.
Die Demonstrationen am Eröffnungsabend (26.3.2015) musste mit einem Grossauf­gebot der Polizei beendet werden.
Jürg Spori
Die Kassen klingelten.
Die Kassen klingelten.
Jan Amsler
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Den neuen Media Markt in der ehemaligen Markthalle betritt man wie ein Spion – durch den Hintereingang. Ein Sicherheitsdienst bewacht die Eingänge, vorne ist zugesperrt. Drinnen empfängt PR-Profi und Krisenspezialist Sacha Wigdorovits (unter anderem Berater von Carl Hirschmann) am Mittwoch die geladenen Medienvertreter.

Die 2400 Quadratmeter grosse Filiale, die am Donnerstag in Bern ihre Türen öffnen wird, ist ein Politikum. Als im März 2013 bekannt wurde, dass der Elektronik-Discounter in die Räume der ehemaligen Markthalle zieht, löste dies eine Protestwelle aus. Über 15'000 Berner machten ihrem Ärger mit einer Facebook-Gruppe Luft und riefen zum Boykott auf.

Konfetti und Elektroschrott

Auch heute, zwei Jahre später und fast ein Jahr nach der geplanten Eröffnung, formiert sich Widerstand. In den sozialen Medien wird zur Veranstaltung «Media Markt leerfeiern!» aufgerufen, die am Donnerstag um 17.30 Uhr starten soll.

Die Organisatoren, die sich «Bündnis inexistenter Partykapitalisten» (BIP) nennen, fordern Teilnehmende dazu auf: «Organisiert Verkleidungen, Konfetti, Soundsystem und Elektroschrott». In der Facebook-Veranstaltung haben sich 680 Personen angemeldet. Auf Anfrage von Redaktion Tamedia erwartet das BIP derzeit rund 1000 Teilnehmende, da sie auch ausserhalb der sozialen Medien mobilisiert hätten.

Mit viel Ironie gewürzt

Die Organisatoren erklären die Kundgebung mit ironischen Aussagen: «Media Markt hat es geschafft, an die Stelle eines vielseits geschätzten Ortes zu treten und will uns nun Schrott verkaufen. Wir finden das beeindruckend.» Mikrowellen würden nun halt den Ängelibeck ersetzen.

Das Ziel der Oranisatoren ist es, mit ihrer Demonstration in grösstmöglicher Nähe des Media Marktes zu sein. Ob sie in die Filiale reingehen werden, erfahre man vor Ort und nur mit VIP-Festbändeli, sagen sie nicht ohne Ironie.

Media Markt nimmt es gelassen

Die Kantonspolizei Bern habe Kenntnis von der Aktion und man werde die Situation beobachten, erklärt die Sprecherin Simona Benovici.

Media Markt nimmt die Aktion gelassen. «Wir begrüssen es, dass die Leute ihre ausgedienten Geräte zurückbringen», sagt Sacha Wigdorovits. Sicherheitsbedenken habe man aber keine: «Wir rechnen mit einer friedlichen Aktion». Und schliesslich seien «auch Demonstranten potenzielle Kunden.»

Bilder und ein Video der Eröffnung finden Sie hier.

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