Mehr Geld für Stadtberner Tourismusförderung

Das Parlament stattet Bern Welcome mit einem neuen Vertrag aus.

Bern Welcome erhält pro Jahr 1,27 Millionen Franken.

Bern Welcome erhält pro Jahr 1,27 Millionen Franken.

(Bild: Christian Pfander)

In der Berner Tourismusförderung ist es letztes Jahr zum grossen Umbau gekommen. Neu sind alle Akteure unter dem Dach von Bern Welcome zusammengefasst. Am Donnerstag ging es im Stadtrat darum, diese Organisation mit einem Leistungsvertrag für die nächsten vier Jahre auszustatten und mit 1,27 Millionen Franken pro Jahr zu unterstützen – 400'000 Franken mehr als bisher.

Die neue Ausrichtung der Tourismusförderung wurde im Stadtrat fast einhellig begrüsst. Statt wie früher mit Marketing um Gäste von überall zu buhlen, will Bern Welcome mit konkreten Produkten und Angeboten vor allem einheimische und europäische Gäste ansprechen. Nachhaltigkeit zieht sich als zentraler Begriff durch das neue Konzept.

Kompromiss gefordert

Die Freie Fraktion kritisierte das Festhalten an Wachstumszielen und beantragte, auf den Leistungsausbau zu verzichten. Unterstützung erhielt sie von JA-Sprecherin Seraina Patzen. Für sie sei die Stadt kein zur Kulisse degradiertes Produkt, sondern ein Lebensraum, sagte sie.

Doch bereits ihre Mutterpartei, das GB, war weniger entschieden und hatte in diesem Punkt Stimmfreigabe beschlossen: Zwar anerkenne man die neue Strategie, doch vieles darin sei noch schwammig.

Neben dem linken Flügel stimmte bloss die GLP gegen die Krediterhöhung. Marianne Schild argumentierte, dass sich bei einer Verknüpfung der Umstrukturierung mit einem Finanzausbau die einzelnen Effekte nicht auseinanderhalten liessen. Die SVP schlug als «Kompromiss» vor, den Kredit statt um 400'000 nur um 200'000 Franken zu erhöhen.

Nachhaltiger Tourismus

Für die Mehrheit aber war die Zeit gekommen, die Tourismusförderung, bei der in noch gar nicht weit zurückliegenden Zeiten von Sparrunden auch schon gekürzt worden war, mit dem gewünschten Budget zu versorgen. SP, GFL/EVP, BDP/CVP und FDP/JF nahmen den Vortrag des Gemeinderats an.

Der Leistungsausbau sei klar begründet, sagte sowohl der Freisinnige Thomas Berger wie SP-Sprecherin Bettina Stüssi, die sich insbesondere über die «klare Fokussierung auf nachhaltigen Tourismus» freute. Diese Koalition reichte dafür, die Kürzung mit 53 gegen 15 Stimmen abzulehnen.

hae

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