Zum Hauptinhalt springen

Mehr Platz für die Sense

Von 25 auf bis zu 80 Meter: Im Rahmen eines Wasserbauprojekts soll die Sense ausgedehnt werden. Das dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch der Natur.

Grafik: niz/ Quelle: Emch und Berger AG, Openstreetmap.org

Heute hat die Sense zwischen der Steinigen Brücke in Neuenegg und der Autobahnbrücke Thörishaus nur wenig Platz. Etwa 25 Meter beträgt die Durchschnittsbreite des Flusses. In Zukunft soll sich dies aber ändern: Im Rahmen des Wasserbauprojektes «Aufweitung der Sense in Oberflamatt» planen die Gemeinden Neuenegg und Wünnewil-Flamatt, dem Gewässer mehr Raum zu geben.

Konkret handelt es sich um zwei Stellen, an denen der Uferbereich verbreitert werden soll – einmal beim Campingplatz Thörishaus und einmal direkt vor der Autobahnbrücke, auf Höhe der Primarschule Thörishaus. Insbesondere der Wald auf der Seite des Kantons Freiburg wird von der Verbreiterung betroffen sein: Hier wird ein Teil des Waldes gerodet.

So entstehen Initialisierungsflächen, welche sich der Fluss nach und nach selbst zurückholen kann. Diese natürliche Revitalisierung der Sense bietet viele Vorteile für Flora und Fauna. Auf den Kiesbänken und Uferflächen entstehen Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Deshalb muss der gerodete Wald auch nicht aufgeforstet werden; die Ökobilanz des Projekts fällt auch ohne positiv aus.

8,9 Millionen Franken

Auch der Campingplatz Thörishaus wird von der Aufweitung tangiert. Einige Wohnwagen in Ufernähe müssen umplatziert werden. Dies hätte jedoch ohnehin geschehen müssen: einerseits, weil die Gemeinde schon vor einigen Jahren ihre Überbauungsordnung revidiert hat und andererseits aus Sicherheitsgründen. Bereits heute steht der Campingplatz nämlich bei starkem Regen regelmässig unter Wasser. So umfassst das Wasserbauprojekt dann auch einige Massnahmen zum Hochwasserschutz, wie etwa der Bau eines Schutzdamms vor dem Campingplatz.

Für die beiden Gemeinden Neuenegg und Wünnewil-Flamatt sei das Projekt ein echter Gewinn, sagt Petra Freiburghaus, Gemeinderätin von Neuenegg: «Wir stehen voll und ganz hinter dem Vorhaben, es bietet für uns viele Vorteile.» Dies mag wohl insbesondere in finanzieller Hinsicht so sein: 8,9 Millionen Franken kostet das gesamte Projekt. 70 Prozent davon übernimmt der Bund, 12,5 Prozent die beiden Kantone Bern und Freiburg, weitere 12,5 Prozent werden vondiversen Ökologiefonds beigesteuert. Damit bliebt für dieGemeinden noch ein Anteil von5 Prozent, den sie untereinander aufteilen – also je 225000Franken.

Zwei Abstimmungen

Über beide Kredite muss die Bevölkerung befinden. Am 16. Oktober geben die Freiburger ihre Stimme ab, die Bewohnerinnen und Bewohner von Neuenegg werden am 24. November zur Urne gebeten. Ob man mit einem Ja rechnen kann, sei schwer abzuschätzen, so Petra Freiburghaus: «Das werden wir spätestens am Abstimmungswochenende wissen.»

Ein erstes Gspüri wird sie in den kommenden Wochen erhalten: Zwei Infoanlässe zum Projekt sind geplant, die in unmittelbarer Nähe zur Sense stattfinden. Die Orte seien bewusst so gewählt worden, sagt Freiburghaus: «Dann können wir direkt vor Ort zeigen, worum es geht.»

Infoveranstaltungen: Wünnenwil-Flamatt am Donnerstag, 3. Oktober, 18.30 Uhr, vor der Steinigen Brücke. Neuenegg am 17. Oktober, 18.30 Uhr, beim Hornusserhüttli Thörishaus.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch