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Mehr Trinkwasser für Köniz

Mit dem Baggerstich für das neue Trinkwasser­reservoir Kühschatten am Gurten wurde das 6,6-Millionen-Projekt gestartet. Für die Bauarbeiten muss ein Waldstück weichen.

Das gerodete Waldstück wird nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgeforstet.
Das gerodete Waldstück wird nach Abschluss der Arbeiten wieder aufgeforstet.
Adrian Moser

Eine Fläche von der Grösse eines Fussballfelds ist in den vergangenen Wochen im Wald am ­Westhang des Gurtens gerodet worden. Grund dafür ist das neue Trinkwasserreservoir Kühschatten.

Am Donnerstag begannen die Bauarbeiten, nicht wie gewohnt mit einem Spatenstich, sondern mit einem Baggerstich durch den Könizer Gemeinderat Hansueli Pestalozzi (Grüne). «Ich habe gestern vorsichtshalber ein wenig geübt», gibt er schmunzelnd zu.

Höhere Versorgungssicherheit

Die sogenannte rote Druckzone der Wasserversorgung Köniz ­versorgt die Ortsteile Oberer Spiegel, Schliern, Gasel, Moos, Niederscherli, Mengestorf und Liebewil. Da die umliegenden Siedlungen stetig wachsen, sind die heutigen Versorgungskapazitäten zu klein.

Hinzu kommt, dass das alte ­Reservoir aus dem Jahr 1922 stammt und bis auf eine Sanierung in den 80er-Jahren keinen grösseren Ausbau erfahren hat. Es entspricht nicht mehr den heutigen hygienischen Anforderungen. Das neue Reservoir wird unmittelbar neben dem bestehenden gebaut. Gleichzeitig wird eine Trinkwasserdruckleitung nach Schliern und ins Köniztal sowie eine Reinabwasserleitung in den Sulgenbach gebaut.

«Eine solch grossflächige Rodung tut mir als grünem Politiker natürlich weh.»

Gemeinderat Hansueli Pestalozzi

«Eine solch grossflächige ­Rodung tut mir als grünem ­Politiker natürlich weh», sagt Pestalozzi. Die Arbeiten seien aber unausweichlich gewesen. Auch weil Schliern momentan im Falle eines Grossbrandes nicht ausreichend Löschwasser hätte. Mit dem neuen Reservoir würden hier Engpässe beseitigt werden. Das gerodete Waldstück soll nach Abschluss der Arbeiten mit Mischwald aufgeforstet und mit vielseitigen ökologischen Massnahmen aufgewertet werden.

«Momentan sieht es schlimm aus, letztlich wird es aber für das Auge nur ein kleiner Einschnitt sein», sagt Projektleiter Kurt Zahnd. Die neue Anlage wird grösstenteils unterirdisch gebaut. Rund 8000 Einwohner ­können künftig davon versorgt werden. Dafür wird eine rund fünfmal grössere Anlage be­nötigt.

«Aus der Gemeinde gab es gegen das Vorhaben nie negative Reaktionen», sagt Pestalozzi. Das Stimmvolk hatte das Bauprojekt im September 2016 deutlich mit 90 Prozent der Stimmen befürwortet. Im Herbst 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Investitionskosten von 6,6 Millionen Franken finanziert die Gemeinde aus der Spezial­finanzierung Wasser. Die Gebührentarife der Wasserver­sorgung müssen nicht erhöht werden.

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