Mein Name ist... Kamberkrebs

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Ginge es nach den Politikern, würde der Kamberkrebs sofort wieder in die USA ausgeschafft. Denn gemäss Bundesgesetz ist er hierzulande eine unerwünschte Art.

Ginge es nach den Politikern, würde der Kamberkrebs sofort wieder in die USA ausgeschafft. Denn gemäss Bundesgesetz ist er hierzulande eine unerwünschte Art.

(Bild: iStock)

Sandra Rutschi

Ich bin ein Eroberer. Meine Vorfahren sind im 20. Jahr­hundert in Europa ausgesetzt worden. Einst lebten wir nur an der Ostküste der USA. Heute jedoch fühlen wir Kamberkrebse uns auch in sechzehn europäischen Ländern daheim, darunter in der Schweiz.

Ich selbst lebe in der Aare unterhalb von Biel. In der Aare hats weniger von uns als etwa im Rhein. Aber ich bin auf dem Vormarsch. Den Bieler- und den Neuenburgersee sowie die Seeländer Kanäle habe ich bereits erobert. Der Thuner- und der Brienzersee werden folgen. Kein Wunder, sehe ich mit meinem dornigen Panzer und meinen schwarz-gelb gestreiften Scherenspitzen wie eine 12 Zentimeter lange Kampfmaschine aus.

Ginge es nach den Politikern, würde ich allerdings sofort wieder in die USA ausgeschafft. Denn gemäss Bundesgesetz bin ich hierzulande eine unerwünschte Art. Das liegt vor allem daran, dass die einheimischen Krebse Memmen sind.

Mir zum Beispiel macht die Krebspest gar nichts aus. Ich kann zwar den Erreger in mir tragen, werde aber dennoch nicht krank. Den Europäischen Flusskrebs hingegen rafft dieser Pilz weg. Mittlerweile gilt der Edelkrebs deshalb als gefährdet, und ich werde als invasiv bezeichnet. Dabei ist es doch wirklich nicht mein Problem, wenn die Einheimischen hier so nichts ertragen können und wenn sie weniger Junge haben als ich.

Und ausserdem hat man meine Vorfahren hier ausgesetzt, weil der Edelkrebs schon damals oft krank war.

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