Mein Name ist... Schneider

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Im Schnitt etwa zwölf Zentimeter gross und damit eine gern gesehene Beute von Forellen: Der Schneider.

Im Schnitt etwa zwölf Zentimeter gross und damit eine gern gesehene Beute von Forellen: Der Schneider.

Sheila Matti

Damit eins gleich klar ist: Mit Stoff habe ich nichts zu tun. Der eigenwillige Name Schneider, der mir der Mensch verpasst hat, ist auf meine Färbung zurückzuführen. Auf beiden Seiten meines silbernen Schuppenkleids besitze ich einen dunklen Streifen, der im vorderen Teil gespalten ist – so, dass er an die Doppelnaht eines Schneiders erinnert.

Mit durchschnittlich zwölf Zentimetern bin ich eher klein. Am liebsten halte ich mich in mittelgrossen, fliessenden Gewässern auf – die Aare ist also wie für mich gemacht. Dort jagen mich zwar gerne grössere Fische, etwa die Forellen, dafür finde auch ich jede Menge Insektenlarven und Plankton. Wichtig ist auch ein Flussgrund aus Kies, wo unsere Weibchen ihre Eier ablegen können. Das sind dann einmal pro Jahr, irgendwann zwischen Mai und Juni, bis zu 8000 davon.

Und bei all dem sind wir nie alleine: Wir Schneider sind absolute Schwarmtiere. Früher, da schwammen wir in riesigen Gruppen durch die Aare. Mein Grossvater erzählt manchmal von hundert und mehr Fischen. Heute sind so grosse Ansammlungen eher selten, mein eigener Trupp etwa umfasst nur eine Handvoll Freunde. Das liegt daran, dass es heute einfach weniger von uns Schneidern gibt. Verantwortlich dafür ist die abnehmend gute Wasserqualität, wir mögen es nämlich sauber. Es gibt sogar eine Faustregel unter euch Menschen: Je mehr Schneider im Fluss schwimmen, desto sauberer ist das Wasser.

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