Mein Name ist... Tagpfauenauge

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Ein Tagpfauenauge.

Ein Tagpfauenauge.

(Bild: iStock)

Franziska Zaugg

Vier rostrot gefärbte Flügel mit je einem Punkt in den Farben Schwarz, Blau und Gelb: Das Kleid, das ich trage, erschreckt und verzückt. Vögel sehen Augen und ergreifen die Flucht. Schmetterlingsfreunde schnappen ihr Smartphone und machen ein Bild.

Brauche ich Ruhe, dann tarne ich mich. Ich kann so tun, als wäre ich ein verdorrtes Blatt. Dazu klappe ich meine Flügel zusammen und zeige deren braungraue Unterseite. Vögel fallen darauf rein, Mäuse nicht. Sie vertreibe ich, indem ich mit meinen Flügeln – deren Spannweite etwa fünf Zentimeter misst – flattere und dabei zische. Denn so schnell lassen wir Tagpfauenaugen uns nicht fangen. Oh nein!

Ich selber bin kein Räuber. Meine Nahrung ist Nektar, etwa von Huflattich, Klee oder Löwenzahn. Die Pflanzen wachsen an der Aare zuhauf. Meine an die hundert Eier lege ich an Brennnesseln ab. Und die Raupen, die daraus schlüpfen, sind ausgewachsen bis vier Zentimeter lang, schwarz mit weissen Punkten und stachelig. In Gruppen fressen sich die kleinen Tiere die Brennnesseln rauf und runter. Mit vollem Magen ziehen sie sich dann auf einen vertrockneten Stiel zurück und verpuppen sich. Nur drei Wochen später beginnt mein Leben. Ich verlasse diese Hülle, spanne meine Flügel aus und fliege in den sonnigen Tag hinein.

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