Mein Name ist... Wasserspitzmaus

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Die Wasserspitzmaus vertilgt jeden Tag die Menge ihres eigenen Körpergewichts. Ihre Beute lähmt sie dabei mit einem Nervengift.

Die Wasserspitzmaus vertilgt jeden Tag die Menge ihres eigenen Körpergewichts. Ihre Beute lähmt sie dabei mit einem Nervengift.

(Bild: iStock)

Franziska Zaugg

Tauchen ist meine Passion – oder vielleicht ist es auch das Fressen. Denn ich tauche, um an mein Futter zu gelangen. Kopfvoran gehts bis auf den Grund der Aare. Dort suche ich nach Insektenlarven, Kleinkrebsen und kleinen Fischen. Damit mir kein Leckerbissen entgeht, drehe ich auch Steine um. Meine Waffe ist das Nervengift in meinem Speichel.

Es lähmt meine Beute, wenn ich zubeisse. Ich verköstige mich auch ab und zu an Land mit Schnecken und Regenwürmern. Wir Wasserspitzmäuse futtern viel, und zwar jeden Tag so viel, wie wir wiegen. Das sind zehn bis zwanzig Gramm. Ich messe sechs bis zehn Zentimeter, und mit dem Schwanz kommen noch bis zu sieben Zentimeter dazu.

Meinen Bau grabe ich mir nahe am Wasser. An einem Ort, der dicht bewachsen oder mit Steinblöcken belegt ist. Hier bin ich vor Schleiereulen und Reihern sicher. Die Nesthöhle polstere ich mit Moos und Gras aus, damit es so richtig ge­mütlich ist. Nicht nur für mich, sondern auch für meinen Nachwuchs. Wir Weibchen bringen bis zu dreimal im Jahr vier bis acht Junge zur Welt.

Sie wiegen je knapp ein Gramm. Etwa fünf Wochen lang füttere und behüte ich sie, danach führen sie ihr eigenes Leben. Uns ist es am wohlsten, wenn wir allein sind. Den Vater meiner Jungen traf ich aus diesem Grund auch einzig zur Paarung.

Mich sieht man nur selten, denn ich bin scheu. Erkennbar bin ich an meinem schiefergrauen bis schwarzen Fellhaar am Rücken und an meinem hell gefärbten Bauch. Übrigens sind wir Wasserspitzmäuse mit anderen Mäusen nicht verwandt. Wir sind keine Nagetiere, sondern gehören zu den Insektenfressern, wie der Igel und der Maulwurf.

Mich beschäftigt, dass für uns Wasserspitzmäuse das Über­leben immer schwieriger wird. Verbaute oder abgemähte Ufer lassen uns keinen Platz zum Leben. Pestizide und Schwermetalle in den Gewässern gelangen über unser Futter in unseren Körper.

Wir werden zwar höchstens 18 Monate alt, aber ich finde, dass wir trotzdem ein Anrecht darauf haben, auf der Erde zu sein.

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