Migros liebäugelt mit Ritz-Bäckerei

Laupen

Schon drei Jahre sind die Bewohner von Laupen ohne Einkaufsmöglichkeit. Letztes Jahr war Volg als möglicher Anbieter im Gespräch, jetzt macht die Migros von sich reden.

Leer: Die ehemalige Bäckerei Ritz böte Platz für eine Migros.

Leer: Die ehemalige Bäckerei Ritz böte Platz für eine Migros.

(Bild: Manuel Zingg)

Seitdem Coop von der Bösingenstrasse ins Laupner Poly-Areal gezogen ist, fehlen südlich der Sense jegliche Einkaufsmöglichkeiten. Und dies seit drei Jahren. Aber jetzt kursiert im Städtchen die Nachricht, dass die Migros interessiert sei, in der ehemaligen Grossbäckerei Ritz einen Laden zu eröffnen. «Das kann ich nicht bestätigen», sagt der zuständige Gemeinderat Jean Marc Zehnder. Aber er dementiert das Gerücht auch nicht.

Die Bäckerei Ritz ist seit Ende April geschlossen. 65 Mitarbeiter verloren ihren Job. Die Gebäude stehen seither leer.

Migros: Interessiert

Die Migros-Gerüchte nicht bestätigen will Jürg Reinhard, Verwaltungsratspräsident der Ritz AG und Besitzer der Liegenschaft. Er sagt: «Es ist eine Tatsache, dass es einige Interessenten gibt, die in die ehemalige Grossbäckerei einziehen möchten.»

Bei der Migros Aare tönt es so: «Wir sind schon länger an einem Standort in Laupen interessiert und prüfen jede mögliche Option. Einen konkreten Standort können wir aber nicht bestätigen», teilt Mediensprecherin Andrea Bauer auf Anfrage mit.

Zonenplanänderungen nötig

Weil die Ritz-Gebäude in der temporären Planungszone Laupen-Süd liegen, kann aber nicht einfach irgendetwas gebaut werden. Erst recht nicht, weil die Bauten teilweise unter Denkmalschutz stehen.

«Das muss man ­alles genau anschauen», sagt Jürg Reinhard, der mit anderen Liegenschaftsbesitzern, Planern und Gemeindevertretern an Workshops teilnehmen wird, die die Gemeinde Laupen organisiert, um eine Gesamt­planung zu erreichen.

Damit gebaut werden kann, müssen Zonenplanänderungen gemacht werden, beispielsweise auf dem ehemaligen Coop-Areal, das seit 2015 verwaist ist. Diese Liegenschaft hat sich Ende 2016 das Muriger Planungs- und Architekturbüro Ramseier und Stucki durch ein Kaufrecht gesichert. Auskunft über den neues­ten Stand der Planung gibt es nur bei Eveline Kocher.

Die Bauverwalterin ad interim sagt: «Wir denken, dass dort eine Zone mit Planungspflicht entsteht, aufgrund deren eine Überbauungsordnung ausgearbeitet wird.» Sie ist überzeugt, dass die lange Planungszeit und die Zusammenarbeit von sämtlichen Beteiligten ein gutes Resultat bringen. Denn man achte sorgfältig darauf, dass das Laupner Ortsbild nicht nur erhalten, sondern auch aufgewertet wird.

Und die alte Käserei?

Ein Teil der Planungszone Laupen-Süd ist bereits aufgehoben. Das heisst, ein für längere Zeit sistiertes Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus an der Stelle des ehemaligen Blumengeschäfts Klopfstein läuft wieder.

Und auch die alte Käserei könnte jetzt umgebaut werden. Deren neue Besitzerin, die Nerinvest AG, Ins, hat letztes Jahr bereits Verhandlungen mit Volg geführt. Der Detailhändler teilt mit, dass aktuell ein Volg-Vorprojekt für einen Volg-Laden in Laupen in Ausarbeitung sei.

Ob in der alten Käserei, ist nicht zu erfahren. Gemeinderat Zehnder vermutet, dass das Gebäude mit der unseligen Vergangenheit abgerissen werden könnte, nachdem vor drei Jahren darin ein altes Paar getötet worden war, das in der alten Käserei gewohnt hatte.

Hinter den Kulissen wird geplant. Ende Jahr weiss man mehr. Jean Marc Zehnder beteuert, was vom Laupner Gemeinderat seit dem Wegzug von Coop immer wieder zu hören ist: «Es ist uns ein Anliegen, dass es südlich der Sense wieder eine Einkaufsmöglichkeit gibt.»

Berner Zeitung

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