Mit drei Verkaufsständen fing es an

Murten

Der Murtner Weihnachtsmärit begann ganz klein, doch heute hat er landesweite Ausstrahlung. Für die 25. Ausgabe, die heute Samstag beginnt, erwarteten die Organisatoren über 10'000 Besucher aus der ganzen Schweiz.

OK-Präsident Adrian Benninger freut sich auf die Jubiläumsausgabe.

OK-Präsident Adrian Benninger freut sich auf die Jubiläumsausgabe.

(Bild: Iris Andermatt)

So weit hat keiner der Handvoll Murtner Detaillisten beim ersten Murtner Weihnachtsmärit gedacht: Mit drei gewöhnlichen Ständen der Metzgerei Blatter, einem Haushaltswarengeschäft und der Bäckerei Aebersold stellten die ambitionierten Verkäufer in der Hauptgasse der Altstadt die Weichen für eine 25-jährige ­Erfolgsgeschichte. Dieses Jahr stehen 70 Holzhäuschen bereit, um die Besucher in weihnächtliches Staunen zu versetzen.

«Es wird an der Altstadtkulisse mit den Ringmauern und den barocken Lauben liegen, dass sich jedes Jahr über 10'000 Besucher aus der ganzen Schweiz nach Murten an den Weihnachtsmärit begeben», sagt Adrian Benninger vom Organisationskomitee. Dieser Charme sowie die einheitlichen Holzhäuschen, die sich über die ganze Hauptgasse hindurchziehen, machen den Unterschied zu anderen Weihnachtsmärkten. Benninger ist 12 Jahre im Vorstand der Murtner Detaillisten und im OK und damit aktuell am längsten dabei.

Jubiläumstassen sind bereit

Benninger wird dieses Jahr zum ersten Mal nicht das Holzhäuschen seines Arbeitgebers besetzen. «Ich werde am OK-Stand unseren selbst gemachten Glühwein in den Jubiläumstassen verkaufen. Die Abwechslung tut gut», sagt der 37-jährige Bankangestellte. Auch dem Murtner Weihnachtsmärit haben Erneuerungen stets gutgetan.

Beginnend mit der Vereinheitlichung durch die Holzhäuschen aus Huttwil, der Verlängerung des Märit von einem Tag auf zwei und schliesslich auf drei, die stetige Vergrösserung und Verbesserung der Angebote sowie die Aufstockung beim Showprogramm und bei den Angeboten für die Kinder. «Es gibt mittlerweile so viele Weihnachtsmärkte. Der Konkurrenzkampf ist gross, und wir müssen den ­Besuchern etwas bieten», so Benninger.

Start als Sonntagsverkauf

«Das Unterhaltungsangebot ist heute enorm. Vor 25 Jahren hatten wir gerade mal den regionalen Jodlerklub und den gemischten Chor auf dem Programm», ­erinnert sich Ruth Blatter, Mitbegründerin des Weihnachtsmärit. Weil der Abendverkauf damals überhaupt nicht rentierte, liessen sich die Murtner Detaillisten etwas einfallen, um den Umsatz vor Weihnachten zu steigern.

«Der Märit war zuerst so etwas wie ein Sonntagsverkauf. Die Ladenbesitzer waren zu Beginn skeptisch, und nur wenige machten mit. Wir von der Metzgerei Blatter verkauften am Essensstand Würste und am Verkaufsstand Geschenkideen mit Fleisch», sagt die Metzgerin im Ruhestand, die mittlerweile in Muntelier lebt.

Heute nur noch Besucherin

Die Murtner zeigten grosses Interesse am Format. Der Sonntagsverkauf wurde zum Märit, der im zweiten Jahr auf zwei Tage verlängert wurde, und es kamen jährlich immer mehr Verkäufer dazu. «Die Holzhäuschen haben wir 2002 eingeführt, damit ein geordnetes Bild wie an den ­grossen Weihnachtsmärkten in Deutschland oder Frankreich entsteht», so Blatter.

«Dass einmal so viele Häuschen und Stände in der Hauptgasse stehen ­würden, hätten wir nie gedacht.» Vor 8 Jahren übergaben Ruth Blatter und ihr Mann ihre Metzgerei Blatter altersbedingt an einen Mitarbeiter. Trotzdem lässt sie sich ihren jährlichen Besuch des Märit nicht nehmen: «Die Atmosphäre in der Altstadt ist einzigartig.»

Der Murtner Weihnachtsmärit findet heute von 10 Uhr bis 22 Uhr und morgen von 10 Uhr bis 17 Uhr statt.

Freiburger Nachrichten

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