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Mitwirkung ohne ­Mitwirkende

Der Gemeinderat Roggwil lud zum Infoabend. Doch fast keiner wollte sich aus erster Hand über die geplante Totalrevision der Gemeinde­ordnung informieren lassen.

Die Revision der Roggwiler Gemeindeordnung stiess nicht auf besonders grosses Interesse.
Die Revision der Roggwiler Gemeindeordnung stiess nicht auf besonders grosses Interesse.
Keystone

Vielleicht lag es daran, dass der Gemeinderat das Geschäft den Ortsparteien bereits vorgestellt hatte. Oder daran, dass die Roggwilerinnen und Roggwiler davon ausgehen, dass ihre Exekutive schon wissen werde, was das Beste sei für das Dorf. Womöglich ist es den mittlerweile doch über 2700 Stimmberechtigten auch einfach egal.

Auf jeden Fall vermochte die Orientierungsversammlung zum neuen Organisationsreglement der Gemeinde am Montagabend nur eine Handvoll Personen in die Aula des Oberstufenzentrums zu locken.

Sie habe doch mit mehr Personen gerechnet, räumte Gemeindepräsidentin Marianne Burkhard (SP) ein. Immerhin beinhaltet die Totalrevision der Gemeindeordnung aus dem Jahr 2005 eine Verkleinerung des Gemeinderats von sieben auf nur noch fünf Mitglieder, die Einführung von Proporzwahlen für alle Kommissionen sowie eine Erhöhung der gemeinderätlichen Finanzkompetenz.

«Strauss von Möglichkeiten»

Dennoch liess es sich Gemeinderat und Projektleiter Hanspeter von Flüe (parteilos/SP) nicht nehmen, den wenigen Anwesenden nicht nur ausführlich zu erläutern, worum es beim Projekt geht, sondern auch, wie weit dieses eigentlich fortgeschritten ist. «Wir sind mitten in der Mitwirkung», erklärte er.

Beim Entwurf des neuen Organisationsreglements, das derzeit auf der Gemeindeverwaltung aufliegt und auch im Internet abrufbar ist, handle es sich um einen «Strauss von Möglichkeiten». Diese müssten nicht alle um jeden Preis ­umgesetzt werden, verwies der Projektleiter auf die Möglichkeit, sich im Rahmen der laufenden Mitwirkung einzubringen.

Auch die Gemeindepräsidentin unterstrich, dass sich der Gemeinderat eine Beteiligung an der Mit­wirkung wünsche. «Wir möchten wissen, ob unsere Ideen an­kommen.»

Erst im letzten Moment

Zumindest bei den zwei Interessierten, die sich neben Gemeinderatsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitenden und dem Hauswart in der Aula eingefunden haben, schien das Vorgetragene anzukommen. Schriftliche Mitwirkungseingaben, erklärte im Anschluss Gemeindegeschäftsleiter und Projektorganisationsmitglied Daniel Baumann, habe es bislang keine gegeben. In der Regel würden solche allerdings erst im letzten Moment ein­treffen.

Die Mitwirkung zum Organisationsreglement dauert noch bis zum 3. März. Bis Mai soll dieses dann dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden, ehe es – nach einer erneuten Auflage im August – im Dezember der Gemeindeversammlung zur Genehmigung vorgelegt wird.

khl

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