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Nach Unfall: Die Polizei liess auf sich warten

Bei einem Verkehrsunfall in Neuenegg dauerte es über eine Stunde, bis die Polizei kam – aus Schönbühl.

Vor dem Dorfzentrum in Neuenegg bog ein Lieferwagen zu einer Baustelle in der Fabrikstrasse ein. Bei ihrem Linksabbiegemanöver schnitt die Lenkerin einem Rollerfahrer den Weg ab. Der Mann stürzte, verletzte sich dabei aber nur leicht. Trotzdem bestand er darauf, dass die Polizei kommt, um ein Protokoll aufzunehmen. «Der Unfall ereignete sich nur gerade 20 Meter vom Polizeiposten entfernt», sagt der Verunfallte, der anonym bleiben will.

Laupen: Keine Zeit

Thomas Wolf hatte den Verkehrsunfall beobachtet, der sich direkt vor seinem Velo- und Motogeschäft an der Dorfstrasse ereignet hatte. Der Geschäftsinhaber telefonierte umgehend der Neuenegger Polizei. Der Posten war aber nicht besetzt, und Wolfs Anruf wurde zur Kantonspolizei in Laupen umgeleitet. «Dort teilten sie mir mit, sie hätten keine Zeit und könnten nicht kommen», erinnert sich Wolf. Die Laupner Polizei leitete den Alarm weiter zur Zentrale.

Lange Wartezeit

Der 55-jährige Verunfallte und die Lenkerin des Lieferwagens brauchten Geduld. «Wir warteten sehr lange. Die Polizei traf erst nach einer guten Stunde ein, und zwar aus Schönbühl», erinnert sich der Rollerfahrer. Der Beamte sei bei der Protokollaufnahme zwar freundlich, aber doch sichtlich irritiert gewesen, dass er wegen eines Unfalls von Schönbühl nach Neuenegg fahren musste. «Wo hier doch zwei Polizeiposten in nächster Nähe sind», sagt das Unfallopfer kopfschüttelnd.

Nur 20 Minuten

Gemäss Rapport der Berner Kantonspolizei sind die Polizisten innert 20 Minuten an der Unfallstelle in Neuenegg gewesen. «Die Wartezeiten kommen den Leuten oft viel länger vor, als sie tatsächlich sind», sagt Mediensprecher Heinz Pfeuti. Er bestätigt, dass der Polizeiposten in Neuenegg nicht besetzt war und Laupen die mobile Streife aufgeboten habe. «Dafür haben wir ja diese mobile Polizei», so Pfeuti. Ob die Beamten nun aus Schönbühl oder von anderswo gekommen seien, geht aus dem Rapport nicht hervor.

Roller mit Totalschaden

Der verunfallte Rollerfahrer ärgert sich immer noch über die «lange Wartezeit», die er auf sich nehmen musste. Er kann nicht verstehen, dass es in einem Dorf zwar einen Polizeiposten gibt, dieser aber nicht besetzt ist. Trotzdem gibt er sich versöhnlich: «Jetzt bin aber vor allem froh, dass mir nichts Schlimmeres passiert ist.» Er erlitt bloss Prellungen, sein Roller dagegen Totalschaden.

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