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170 Millionen Jahre alt und wunderbar erhalten

Das Natur­historische Museum Bern zeigt einen einzigartigen Fossilienfund: hervorragend erhaltene Stachelhäuter, die vor 170 Millionen Jahren im Aargauer Jura gelebt haben.

Urs Wüthrich
Heute startet im Naturhistorischen Museum Bern die Sonderausstellung «Fünf Sterne».
Heute startet im Naturhistorischen Museum Bern die Sonderausstellung «Fünf Sterne».
Beat Mathys
Seesterne, Seelilien, Seeigel, Schlangensterne und Seegurken...
Seesterne, Seelilien, Seeigel, Schlangensterne und Seegurken...
Beat Mathys
...alles auf einer 2,5 Meter grossen Steinplatte.
...alles auf einer 2,5 Meter grossen Steinplatte.
Beat Mathys
Die Gattungen besiedeln sie Meere seit 500 Millionen Jahren.
Die Gattungen besiedeln sie Meere seit 500 Millionen Jahren.
Beat Mathys
Die Fossilien sind besonders gut erhalten.
Die Fossilien sind besonders gut erhalten.
Naturhistorisches Museum/Philipp Zinniker
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Eine Sensation. Ein Jahrhundertfund. Extrem selten. Die ­Paläontologin Ursula Menkveld vom Naturhistorischen Museum Bern kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. In den letzten zwei Jahren ist ihr und ihrem Team in einem Steinbruch im Aargauer Jura das passiert, wovon viele Forscherinnen und Forscher ein Leben lang vergebens träumen: einen Jahrhundertfund zu machen.

Anlass zur Freude geben fünf Arten aus der Spezies der Stachelhäuter. Es sind Seeigel, Seesterne, Schlangensterne, Seelilien und Seegurken – alles Gattungen, die seit über 500 Millionen Jahren die Meere besiedeln.

Dass Paläontologen auf Überreste solcher Tierchen stossen, ist zwar nichts Aussergewöhnliches. Einzigartig beim neusten Fund ist laut Ursula Menkveld aber, dass die Fossilien «wunderbar erhalten sind, was extrem ­selten ist». Üblicherweise kämen Stachelhäuter nur noch als kleine Skelettteilchen im Gestein zum Vorschein.

Katastrophe als Glücksfall

Die Schicht am Fundort entstand vor 170 Millionen Jahren – im Erdzeitalter des Jura – in einem warmen, seichten und ständig bewegten, nicht sehr tiefen Meer. «Die Bedingungen waren damals vergleichbar mit den heutigen Bahamas», sagt Menkveld.

«Dass die Tiere aus unserem Fund so gut erhalten geblieben sind, ist einem seltenen Ereignis zu verdanken.» Ein gewaltiger Sturm habe die Tiere getötet, und sie ­seien sofort mit feinkörnigem Schlamm überdeckt und so konserviert worden.

Dreidimensionales Erlebnis

Die spektakulären Funde werden ab Donnerstag dem Publikum im Naturhistorischen Museum vorgestellt. Nicht nur die Fossilien sind einzigartig, auch die Präsentation ist es. Besucherinnen und Besucher können sich beim Eingang eine 3-D-Brille aufsetzen und den Steinbruch (die Fundstelle) als eindrückliche Kulisse erleben.

Ebenfalls aus­sergewöhnlich ist die über sechs Meter lange Gesteinsplatte, auf welcher alle fünf Arten der Stachelhäuter vereint sind. Zudem führt ein Videofilm den Besuchern die Arbeiten der Paläontologen vor – vom Abbau und der Freilegung der Gesteine bis hin zur Präparation im Museum.

Die Ausstellung dauert bis zum 15. September 2019. Angeboten werden auch museale Führungen sowie Exkursionen zur Fundstelle.

www.nmbe.ch

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