Neue Station für Menschen mit Depressionen

Die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) hat eine neue Station eröffnet. Dort werden ­Menschen mit Depressionen und Bewe­gungs­störungen behandelt.

<b>Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD)</b> haben eine neue Station zur Behandlung von Depressionen eröffnet.

Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) haben eine neue Station zur Behandlung von Depressionen eröffnet.

(Bild: Keystone)

Die neue Station Wernicke an der Murtenstrasse 21 in Bern bietet in mehreren Zimmern 18 Plätze im Bereich der Intensivpsychiatrie. Dort werden unter anderem schwer kranke Menschen mit therapieresistenten Depressionen wie auch solche mit psychiatrischen Bewegungsstörungen behandelt. Darunter fallen sogenannte Katatonien; ein Beispiel ist, wenn sich jemand nicht mehr bewegen kann.

Die neue Station ist für eine diesbezügliche individuelle Behandlung und Überwachung eingerichtet. Vom Standort der Einrichtung auf dem Inselareal profitieren schliesslich auch Patienten der nahe gelegenen somatischen Medizin des Inselspitals. Von somatischen Störungen wird dann gesprochen, wenn keine organischen Ursachen für körperliche Beschwerden gefunden werden.

Vermehrt Depressionen

«Die Station Wernicke geht in Richtung Interdisziplinarität, wir können mit Fachkollegen näher zusammenarbeiten», sagt Werner Strik, Professor und Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. «Sowohl somatische wie psychiatrische Erkrankungen nehmen zu – Mehrfacherkrankungen sind an der Tagesordnung.»

Sebastian Walther, Chefarzt der neuen Spezialstation, sagt: «Psychiatrische Erkrankungen, ein Grossteil davon Depressionen, haben in den letzten Jahren um jährlich 20 Prozent zugenommen. Ein Drittel der Patientinnen und Patienten spricht auch nach langen Behandlungen nicht so an, wie wir uns das wünschen.»

Immer mehr Ansprüche

Gründe für die zahlenmässige Zunahme der Erkrankungen seien nicht einfach zu eruieren. Einerseits habe das mit veränderten Umweltbedingungen, etwa mit der Arbeitssituation, mit an uns gesteigerten Ansprüchen zu tun. Andererseits liege oft auch eine Prädisposition vor, Menschen mit einem höheren Risiko für psychiatrische Erkrankungen. «Wir gehen davon aus, dass in der Schweiz 20 Prozent der Bevölkerung einmal im Leben unter einer Depression leiden», sagt Chefarzt Sebastian Walther.

Mit dem Namen der Station wird Carl Wernicke geehrt, ein visionärer Neurowissenschaftler des späten 19. Jahrhunderts.

sru

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